Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Starwirtschaftsanwalt Urs Blank, 45, Fachmann für Fusionsverhandlungen, hat seine Gefühle im Griff. Er hat es gelernt, sich keine Blöße zu geben, hingegen die der anderen zu nutzen. Doch dann gerät das Leben aus den Fugen. Ein Trip mit halluzinogenen Pilzen führt zu einer gefährlichen Persönlichkeitsveränderung, aus der ihn niemand zurüchzuholen vermag. Blank flieht in den Wald...
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.09.2000
Wer wollte sich nicht in einen "Leserausch" versetzen lassen? Von einem Roman ließe sich kaum schmeichelhafter sprechen, als Thomas Kraft es hier tut. Für "Die dunkle Seite des Mondes" jedenfalls hat er auch nicht ein schlechtes Wort übrig. Martin Suter sei ein Roman gelungen, der konsequent eine Geschichte verfolge, und dies ohne Redundanzen und Trivialitäten, dafür gesegnet mit allem, was ein lesenswertes Buch so braucht: "Liebe zum Detail, plastische Charaktere, stimmige Bilder, schwungvoller Erzählstil". Und noch ehe er Kritik an dem vermeintlichen Mangel an Rätselhaftigkeit des Textes laut werden lässt, fällt der Rezensent sich selbst ins Wort und ist schon wieder mit dem schönsten Lob zur Stelle: Suters Geschichte vom Identitätsverlust eines ehrgeizigen Wirtschaftsanwalts sei auch ein Text, der nachdenklich stimmen müsse, insofern als "die individuellen Abgründe, die sichtbar werden", eine derart obsessive Brutalität auslösten, dass uns ihr Schatten erreiche. Ein dunkles Vergnügen offenbar.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.06.2000
Wie klischeehaft dürfen Romanfiguren sein? Diese Frage wirft Rainer Moritz gleich zu Anfang seiner Besprechung auf, und am Ende weiß man: nicht so wie in diesem "schablonenartigen Männerroman", dem zweiten von Martin Suter. Die Geschichte um einen erfolgreichen Juristen, der in eine Lebenskrise gerät, weil er sich in ein Hippiemädchen verliebt, erscheint Moritz prätentiös, weil sie sich für die psychischen Veränderungen seines Helden zu interessieren vorgibt, ohne dass diese jedoch "psychologisch oder erzählerisch besonders einleuchtend" dargestellt würden. Dagegen wird der Leser mit Pilzen und überlebenswichtigen Rezepten aus der Waldküche vertraut gemacht, und erfährt auf diese Weise laut Moritz zwar so manch Wissenswertes, aber literarisch nichts Gehaltvolles.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.04.2000
Thomas Köster sieht in diesem Roman ein Hauptthema des Autors weitergeschrieben. Mit der Darstellung zunehmender Orientierungslosigkeit und Persönlichkeitsveränderung des Protagonisten knüpfe Suter an seinen Debütroman an, der sich als erstes literarisches Werk mit der Alzheimerkrankheit auseinandergesetzt hat. Der neue Roman, so Köster, sei "zugleich raffinierter Wirtschaftskrimi, giftiges Gesellschaftspanorama, verhinderte Liebesgeschichte und psychologisches Vexierspiel". Besonders gelungen findet der Rezensent das Ende der Geschichte, denn seit Döblins "Ermordung einer Butterblume" hat wohl kein Schriftsteller seine Hauptfigur so "schlüssig mit einem Gehölz fusionieren lassen".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.04.2000
Dieses Buch hat den Rezensenten Friedmar Apel ganz in seinen Bann gezogen. Er findet es unerhört spannend, auch humorvoll, aber vor allem zeigt sich Apel von der verwickelten Geschichte beeindruckt, die Suter dramaturgisch bestens durchdacht und mit filmischen Mitteln "virtuos in Szene" setze. Weder sprachlich, noch inhaltlich hat Apel auch nur irgendetwas an diesem Roman auszusetzen. Man muss es einfach zu Ende lesen, versichert er.
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