Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Es geht um die Macht der Ideen in der Politik und in diesem Kontext um Auswärtige Bewusstseinspolitik als eine Form der Außenpolitik, die darauf zielt, Ideen und Denkansätze anderer Völker zu beeinflussen. Der Autor weist nach, daß mit Auswärtiger Bewusstseinspolitik in der Vergangenheit bei sehr geringem Kostenaufwand Erfolge erzielt wurden, die alles in den Schatten stellten, was mit konventioneller Politik zu erreichen war. Und dass sich solche Erfolge auch in der Gegenwart erzielen lassen. Als Beleg hierfür führt er an: Die Beeinflussung der kambodschanischen Revolution durch französische linke Soziologen, die Erfolge der alliierten Propaganda im Ersten Weltkrieg, die auswärtige Bewusstseinspolitik der Wahabiten und der Regierungen Israels. Der Verfasser führt die Abneigung deutscher Politiker, sich auf Auswärtige Bewusstseinspolitik einzulassen, auf eine weit in die deutsche Geschichte zurückreichende Tradition zurück, Geist und Macht in der Politik voneinander getrennt zu halten. Die deutsche Auswärtige Kulturpolitik beschreibt er als eine Variante von Bewusstseinspolitik und begründet, warum sie bisher politisch und gesellschaftlich weitgehend wirkungslos geblieben ist. Ihre Strukturen müssten grundlegend verändert werden und das gelte nicht nur für die deutsche Auswärtige Kulturpolitik, sondern auch für die deutschen Kulturinstitute. Zu den Gründen für die geringe Effizienz der deutschen Auswärtigen Bewusstseinspolitik zählt der Autor, daß die dafür verantwortlichen deutschen Politiker hierfür bisher keine Strategie hätten. Eine solche Strategie könne man aus den Erfahrungen der Geschichte jedoch entwickeln.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.11.2006
Rainer Pommerin bemüht sich, dem Autor sein Plädoyer für eine "Auswärtige Bewusstseinspolitik" nicht gleich um die Ohren zu hauen. Die Beispiele, mit denen Martin Mumme hantiert, findet er abschreckend bis geschmacklos. Wer den Erfolg politischer Beeinflussung anderer Völker mit der Schreckensherrschaft der Roten Khmer oder der britischen Propaganda im Ersten Weltkrieg illustriert, so gibt Pommerin zu verstehen, der hat etwas nicht richtig begriffen. Dass der "Hobby-Historiker" Mumme einige Mängel in der Auswärtigen Kulturpolitik durchaus "richtig erkannt" hat, fällt für den Rezensenten da kaum ins Gewicht.
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