Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Mit einer Hommage von Klaus Merz und einem Nachwort von Elsbeth Pulver. Der Titel 'Zwischenland' steht nicht nur als poetische Metapher für die vorliegende Textsammlung, er bezeichnet auch zugleich einen Standort, den Martin Merz während seines Lebens nie ganz verlassen hat. Davon legen seine Gedichte, die er direkt in die Maschine schrieb und nicht mehr veränderte, eindrücklich Zeugnis ab. In diesen Texten haben wir es mit Erfahrungen, gelebten und geträumten, mit zur Sprache gekommenen Hoch- und Abrechnungen eines im Wortsinn außerordentlichen Dichters zu tun, der bei aller märchenhaften Versponnenheit auch die Todesschwelle nie aus den Augen verlor.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.10.2003
Großes Lob spendet ein sehr beeindruckter Kurt Drawert dem posthumen Gedichtband von Martin Merz. Denn die mitunter in ihrer Qualität unterschiedlichen Gedichte haben eins gemeinsam: "Sie sind authentisch und in ihrem Vorhandensein zwingend". Wie der Rezensent erklärt, ist Martin Merz der mit 33 Jahren an den Folgen einer Körperbehinderung verstorbene Bruder des Schweizer Schriftstellers Klaus Merz. Schon früh zeichnen sich seine Gedichte durch das Bewusstsein des eigenen Körpers als "etwas Fragiles und schließlich Zerstörbares" aus, bemerkt Drawert. Dies mag einem bekannt vorkommen, so unser Rezensent, doch bei Merz werde diese "komplizierte Geschichte des Körpers" zur "existentiellen Grundsituation, die sich wie eine Folie auf die Anschauungen der Dinge und des Lebens legt". Und so fasst Drawert die Gedichte unter einem einzigen Motiv zusammen: Sie seien "Zwiegespräche mit dem Tod", sowohl konkret als auch metaphorisch. Wie ein roter Faden ziehe sich die fehlende Zeit durch die Gedichte. Allesamt seien sie in einem Mal geschrieben und nie korrigiert worden, was auch ihre unterschiedliche Qualität erklären mag. Doch zeige sich in dieser Fragmentarik die direkte Auswirkung des Lebens auf das Werk. "Diese Botschaft hinter der Botschaft macht die Gedichte selbst dort wichtig, wo sie wie zerbrochen oder nicht zu Ende gedacht wirken." Besonderes Lob haben sich nach Drawerts Ansicht auch die Herausgeber und der Verlag verdient, die den Akzent klar auf das Werk gesetzt haben, denn nur allzu oft werde mit Behinderungen ein Sensationsgeschäft gemacht, und die Behinderung - meist auf den Verlust von Normalität reduziert - zur nicht-literarischen Eigentümlichkeit des Werkes deklariert.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.08.2003
Sibylle Birrer ist sehr beeindruckt von den jetzt veröffentlichten Gedichten des durch einen "Hydrozephalus" (Wasserkopf) behinderten Autors Martin Merz. Auch wenn die Rezensentin eigentlich dem Nachwort von Elsbeth Pulvers zustimmt, in dem diese fordert, dass die Behinderung bei der Rezeption des Autors keine Rolle spielen sollte, ist Merz' spezielle Situation, seine "eigenwillige Schreibexistenz" in ihrer Rezension sehr präsent. Sie empfindet seine Bilder als "kantig, vertraut und gänzlich fremd zugleich". Auch die "quasi eruptive Schreibweise" der Gedichte, die nicht überarbeitet wurden, verlangt ihrer Meinung nach "eine permanente Befragung von Text und Lesart zugleich" - nicht zuletzt, um die "qualitativen Schwankungen zwischen den einzelnen Gedichten" zu verarbeiten.
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