Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Martin Burckhardt

Vom Geist der Maschine

Eine Geschichte kultureller Umbrüche

Campus Verlag, Frankfurt am Main - New York 1999
ISBN-10 3593362759
ISBN-13 9783593362755
gebunden, 409 Seiten, 34,77 EUR

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Klappentext

Die Erfindung des Computers ist die letzte große Kultur-Revolution der Gegenwart. Sie steht in der Folge eines Prozesses, in dem sich das Denken zunehmend der Logik der Maschine angeglichen hat. Dieses Buch verfolgt zwei Grundfragen: Wie vollziehen sich kulturelle Umbrüche, und welche Rolle spielen dabei Maschinen? In einem Bogen von der vorchristlichen Zeit bis in die Gegenwart untersucht Martin Burckhardt die Triebkräfte unserer Kultur. Die Besonderheit des Buches liegt darin, Geistesgeschichte und Technikgeschichte zu verknüpfen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.03.2000

Bernhard Dotzler lobt und kritisiert das neue Buch von Martin Buckhardt in einem Atemzug: als ungemein inspiriert und inspirierend, das zu ungeheuren Gedankenflügen anhebt bzw verleitet, dabei aber letztlich der Gefahr der Selbstgefälligkeit erliegt. "Vom Geist der Maschine" führt Burckhardts "Metamorphosen von Raum und Zeit" (1994) fort; ihn interessiert die geistige Dimension der Maschine als "Aggregat des kollektiven Selbstverständnisses", das er quer durch die Geschichte herauszufiltern und in großen thematischen Klammern zu fassen versucht. Ein ambitioniertes und sehr gebildetes Unterfangen, schreibt der Rezensent, aber letztlich auch ein "zu eingebildeter Versuch".

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.12.1999

Mit großer Sympathie bespricht Dirk van Laak dieses Buch, auch wenn er einräumt, dass Übertragungen in der Art wie Burckhardt sie beschreibt ("eine Geschichte `von der Verdinglichung Gottes, seiner Eingemeindung und schließlich: seinem Verschwinden in den Gesetzen der Ratio`") nicht neu sind. Auch mache Burckhardt es dem Leser wegen "einer überbordenden Fülle von Assoziationen und Lacanschen Sprachspielen nicht eben leicht". Van Laak ist aber spürbar angetan von Burckhardts Geschichte, in der Zeichen und Systeme für organisatorische Zusammenhänge sorgen. Wo sonst kann man etwas über die wirklichen Beziehungen von Schrift, elektrischem Strom und dem Steuersystem lesen, besonders dann, wenn auch noch das Göttliche mit hineinspielt?

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999

Hierbei handelt es sich nicht um eine technikgeschichtliche Abhandlung, schreibt Jörg Ulrich in seiner wohlwollenden Kritik, sondern um "eine Reihe faszinierender Interpretationen" des Begriffs der Maschine, die aber wohl eher philosophisch ausfallen. Schon das im vorchristlichen Zeitalter eingeführte Alphabet begreife Burckhardt als "Maschine", weil die Zeichen sich hier in einer abstrahierenden Bewegung von den Dingen lösten und einen Denk- und Sachzwang auslösten. Die Geschichte der Maschine beschreibe Burckhardt als eine "der symbolischen Überwindung der materiellen Welt".

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren