Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Markus Meßling

Pariser Orientlektüren

Zu Wilhelm von Humboldts Theorie der Schrift

Cover: Pariser Orientlektüren

Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2008
ISBN-10 3506764470
ISBN-13 9783506764478
Kartoniert, 406 Seiten, 44,90 EUR

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Klappentext

Der bedeutende Schriftphilosoph Jacques Derrida hat Wilhelm von Humboldts Theorie der Schrift nicht reflektiert oder uns zumindest nichts darüber mitgeteilt. Das hat nicht nur zum Hegel-fixierten und elliptischen Charakter der Grammatologie-Debatte beigetragen, sondern auch zur weitgehenden Unkenntnis der humboldtschen Schriftreflexion. Diese erschließt nun zum ersten Mal systematisch die vorliegende Arbeit. Aufgrund der zentralen Bedeutung der Schrift für Humboldts Sprachdenken ist es erstaunlich, dass die Forschung seiner Schrifttheorie noch nicht umfassend Rechnung getragen hat. Ein Grund hierfür liegt sicher im Konsens über die Zentralität des Begriffs der Rede für Humboldts Sprachanthropologie. Schrift ist für Humboldt aber nicht einfach Abbild der Sprache, sondern das materiale Äquivalent eines formalen Verfahrens der Begriffskonstitution und reicht somit in den tiefsten Bereich seines Sprachbegriffs hinein. Folgenschwerer noch war die lange Unkenntnis des Nachlasses. Weil es nur wenige Texte von Humboldt zur Schriftthematik gibt, zeigt sich dieAusprägung seiner Theorie nämlich erst im Wechselspiel dieser Texte mit der unedierten Korrespondenz.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.01.2008

Beeindruckt und gefesselt hat Manfred Geier die Dissertation von Markus Meßling gelesen, der darin Wilhelm von Humboldts Schrifttheorie und ihre Voraussetzungen in der Hieroglyphenentzifferung des französischen Orientalisten Jean-Francois Champollion untersucht. Der Autor zeichne in seiner umfassenden Studie Humboldts Entwicklung einer Theorie der Entstehung von Schrift nach, die Champollions Entdeckung, dass es sich bei den Hieroglyphen nicht, wie bis dahin angenommen, um eine reine Bildsprache, sondern um ein grundsätzlich phonetisches Schriftsystem handelt, entscheidend beeinflusste, erklärt der Rezensent. Er lobt das gründliche Quellenstudium und die tiefgründigen Reflexionen, die Meßling besonders auf der Grundlage von Jacques Derrida Grammatologie entwickelt und findet es erfreulich, dass im Anhang auch der Briefwechsel zwischen Humboldt und Champollion enthalten ist. Wenn sich die Korrespondenz allerdings dort unübersetzt nur auf Französisch nachvollziehen lässt, macht das schon deutlich, dass sich dieses Buch ausschließlich an ein akademisches Fachpublikum wendet, das durch diese Studie zudem stark gefordert ist, warnt Geier.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren