Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Markus Berges

Ein langer Brief an September Nowak

Roman

Cover: Ein langer Brief an September Nowak

Rowohlt Verlag, München 2010
ISBN-10 387134656X
ISBN-13 9783871346569
Gebunden, 478 Seiten, 24,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Es soll eine Traumreise werden, als die neunzehnjährige Betti aus der westfälischen Kleinstadt zum ersten Mal nach Monaco fährt. Dort will sie ihre langjährige Brieffreundin besuchen, die hübsche, coole, mondäne September Nowak, die im Penthouse über der Cote d'Azur lebt. Doch in Wahrheit ist September ganz anders als erwartet, ihre Briefe Täuschung, ihr Leben Betrug. Betti fühlt sich schäbig verraten oder hat sie sich am Ende gerne betrügen lassen? Eine etwas verrückte Deutsche und ihr Sohn nehmen das enttäuschte Mädchen mit auf eine Fahrt durch das hochsommerliche Südfrankreich. Da erwacht in Betti eine trotzige Lust am Abenteuer, die Lust an der Angst und der Freiheit. Zwischen Marseille und Portbou, mithilfe von Zigaretten, "geborgten" Autos und Cremant, wagt sie ein paar Wochen lang selbst ein raffiniertes Spiel mit der Wahrheit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.01.2011

Die Protagonistin in diesem Roman, den der Frontmann der Band Erdmöbel Markus Berges geschrieben hat, ist 19, heißt Betti, reist nach Paris und dann nach Monaco. Nach Paris einer Brieffreundin wegen, die anders heißt als behauptet und sich als sehr anders auch herausstellt, als Betti sie sich vorgestellt hat. Schnaubend macht sich Betti, die sie nun nur noch "die Fette? nennt, auf und davon und erlebt mancherlei Abenteuer, die man genremäßig, so Oliver Jungen, dem magischen Realismus zuschlagen kann. Mal findet der Rezensent das einigermaßen reizend, anderes ist für seine Begriffe mit dem Wort "Kitsch? doch besser beschrieben. Insgesamt mag er das Buch aber, weil Berges immer wieder hübsch "dahingeerdmöbelte Bilder? finde und der Ton insgesamt "angenehm? ist.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.10.2010

Peter Unfried, erklärter Bewunderer der Band Erdmöbel, hat mit gespannter Erwartung den ersten Roman von Sänger und Texter Markus Berges in die Hand genommen, der ihm offenbar gefallen hat. Berges erzählt darin die Geschichte von der 19-jährigen Betti Lauban aus Westfalen, die auf eine Reise zu ihrer Brieffreundin aufbricht, die sich als jemand ganz anderes herausstellt als die "mondäne" September Nowak, als die sie sich ausgegeben hat, fasst der Rezensent zusammen. Daraus ergibt sich aber ein "Roadmovie", in dessen Verlauf sich die Hauptfigur neu erfindet, so der Rezensent, der zu wissen meint, dass Berges hier auch ein Stück eigene Entwicklung verarbeitet. "Volle Konzentration" für drei Zeitebenen und die wechselnde Perspektive vom personalen Erzählen zur Ich-Erzählung muss man aufbringen und sich zudem auf eine Geschichte einlassen, die im "vordigitalen Zeitalter" spielt, so Unfried, der den Roman im Verein mit einem gleichnamigen Instrumentalstück auf der neuen Platte von Erdmöbel dann aber genossen hat.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren