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Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Michael Zöllner. Mark Twain brauchte zwölf Jahre und drei Fassungen, um diesen Roman, der bis zu seinem Tod 1910 unveröffentlicht blieb, zu vollenden.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.10.2000
Sven Hanuschek weist zunächst darauf hin, dass dieses Fragment in den letzten Lebensjahren Twains entstanden ist, in einer Zeit, als er von mehreren Schicksalsschlägen heimgesucht worden war. Zu dieser Zeit habe Twain sich sehr verbittert gezeigt, insbesondere dem Christentum aber auch beispielsweise der Kolonialpolitik der Großmächte gegenüber. Der vorliegenden Übersetzung liegt, wie Hanuschek anmerkt, die letzte Fassung der Fragmente zu Grunde. Den Roman selbst bezeichnet der Rezensent als "kleines Meisterwerk". Er lobt nicht nur die leichte Sprache Twains, sondern hebt besonders die Gegensätzlichkeiten hervor. So schwanke der Stil zwischen "Komik und drohender Tragik, heller Vernunft und vollständiger Verzweiflung", und neben Twain Menschenfeindlichkeit sei doch immer auch sein Witz zu spüren. Wirklich beeindruckt zeigt sich Hanuschek allerdings besonders in inhaltlicher Hinsicht. Der mittelalterliche Druckergeselle August hat sich mit einem merkwürdigen Jungen angefreundet, der zaubern und Menschen duplizieren kann. Auch zu Augusts Ich gesellen sich mehrere andere Ichs, die für einige Verwirrung sorgen. Hier zeigt sich Twain, wie der Rezensent anmerkt, als "prä-freudianischer Psychologe". Mehr noch: durch die Parodie darauf erweise er sich sogar bereits "post-freudianisch".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.09.2000
Mark Twains eher heitere Geschichten wie Tom Sawyer und Huckleberry Finn haben ihren festen Platz in der Weltliteratur. Weitgehend unbekannt hingegen sind die "Finsteren Schriften", das Spätwerk Twains. Eine davon, sie gilt als seine letzte Erzählung, wurde 1916 unter dem Titel "Der geheimnisvolle Fremde" veröffentlicht. Doch die Sache hat einen Haken, klärt der Rezensent Werner von Koppenfels auf. Denn an eben dieser Erzählung habe Twain zehn Jahre lang in mehreren stark voneinander abweichenden Fassungen gearbeitet, "Der geheimnisvolle Fremde" sei die erste gewesen. Die letzte Fassung (Nr. 44) liegt nun in deutscher Übersetzung vor. Von Koppenfels lobt zunächst den Tropen-Verlag für die Veröffentlichung, bedauert aber, dass die Übersetzung "unnunanciert" sei und kein klärendes Nachwort enthalte. Sodann fährt von Koppenfels fort, "Nr. 44" in bester literaturlexikalischer Sprache zu interpretieren. Am Ende steht das Ende, so scheint es dem Rezensenten, denn für ihn gehört Nr. 44 - zur Zeit des vorletzten fin de siècle verfasst - zu den apokalyptischen Phantasien, "die mitten in der atmosphärischen Krise der Jahrhundertwende die Katastrophe des kommenden Weltkriegs erahnen". Perfekter Horror - Perfekte Schönheit, habe Twains Frau dazu gemeint. Dieser Twain sei noch zu entdecken, Nr .44 sei erst der Anfang, Der Rezensent hofft auf mehr aus den "Finsteren Schriften".
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