Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Marion Detjen

Ein Loch in der Mauer

Die Geschichte der Fluchthilfe im geteilten Deutschland 1961-1989

Cover: Ein Loch in der Mauer

Siedler Verlag, Berlin 2005
ISBN-10 3886808343
ISBN-13 9783886808342
Gebunden, 476 Seiten, 24,90 EUR

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Klappentext

Menschenhandel oder Widerstand? Bereits kurz nach dem Mauerbau plante der Schriftsteller Uwe Johnson, die Arbeit von Fluchthelfern zu dokumentieren. Nun legt Marion Detjen, die Johnsons Material erstmals auswerten konnte, die erste Gesamtgeschichte der Fluchthilfe vor. Die Darstellung lebt von dem abenteuerlichen Stoff konspirativer Treffen, geheimer Aktionen und gefährlicher Fluchten. Gleichzeitig wirft die zeithistorische Analyse ein neues Licht auf die Geschichte der beiden deutschen Staaten. Die Figur des Fluchthelfers weckt Vorstellungen von Widerstand und Freiheitskampf: Der Fluchthelfer untergräbt buchstäblich die Übermacht einer menschenverachtenden Diktatur, er führt willkürlich auseinander gerissene Familien und Paare wieder zusammen und rettet die vom Regime Verfolgten in die Freiheit. Marion Detjen gelingt eine Untersuchung, die zeigt, wie sehr sich die Fluchthilfe und ihre Wahrnehmung in Ost und West mit den Beziehungen der beiden deutschen Staaten veränderte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.02.2006

Hochspannend findet Karin Hartewig dieses Buch über die Geschichte der Fluchthilfe im geteilten Deutschland. Und informativ dazu. Wie die Autorin dem Leser den "politischen Eiertanz" des Westens und die "Verfolgungswut" des Ostens im Umgang mit der Fluchthilfe auseinandersetzt, wie sie mittels Interviews und Aktenstudium in die Details führt, Entstehung, Gruppen, Netzwerke, Erfolge und Misserfolge beschreibt - das hat Hartewig den "düsteren Mythos der Fluchthilfe" veranschaulicht. Staunend erfährt die Rezensentin vom Wechsel der Sympathien, von der Tolerierung und Unterstützung der Fluchthelfer durch westliche Politiker und Industrielle in den 60er Jahren bis hin zu ihrer Kriminalisierung in den 70ern. Durch die an letzteren Punkt anschließende "Mikro-Chronologie der Justiz in Ost und West" entdeckt die Rezensentin die organisierte Fluchthilfe "als Barometer für die gefühlte Einheit und für die reale Teilung Deutschlands".

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.12.2005

Rezensent Christoph Kesselmann findet es großartig, dass Marion Detjen in ihrem Buch über die Fluchthilfe im geteilten Deutschland über die "spektakulären Aspekte" hinausgeht. Sie habe eine "sorgfältig recherchierte" Abhandlung über Tunnelbauer zur Zeit des Kalten Krieges geschrieben, die "spannende Geschichten" erzählt, sich jedoch nicht nur darauf beschränkt. Vielmehr hat Detjen Details "minutiös" rekonstruiert und ihr Werk auf eine "solide Quellenbasis" gestellt. Dieses "Glanzstück wissenschaftlicher Reflexion" überzeugt den Kritiker nicht nur durch die Auswertung bislang unbekannten Materials - wie etwa die Interviews, die Uwe Johnson mit Fluchthelfern geführt hat - sondern auch durch das "intellektuelle und stilistische Niveau" der Autorin. Ihr sei es gelungen, eine Gesamtdarstellung dieser Epoche zu verfassen, die einerseits den Konflikt zwischen Idealismus und Ernüchterung der Fluchthelfer beschreibt und andererseits die Komplexität des "deutsch-deutsch-alliierten Koordinatensystems" zu entwirren vermag.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.09.2005

"Jenseits der üblichen Heroisierung oder Dämonisierung" berichtet Marion Detjen von der Geschichte der Fluchthilfe nach dem Mauerbau von 1961, freut sich Rudolf Walther. Nicht nur idealistische Studenten, wie in dem Fall der Bernauer Straße in Berlin 1964, in dem 57 Personen aus der DDR flohen, auch professionelle Fluchthelfer versuchten, Wege über die Grenze zu finden. Der Rezensent lobt kurz und knapp die "facettenreiche" Schilderung der verschiedensten Versuche ohne dabei die politischen Aspekte wie Propaganda in West und Ost auszulassen.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

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07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

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19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

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