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Klappentext
"Ab jetzt ist Ruhe" dieser Spruch, den die unruhigen Kinder mit ihrer Mutter aufsagten und der sie in den Schlaf geleiten sollte, liegt wie ein Motto über dem Familienroman von Marion Brasch. Die jüdischen Eltern, die sich im Exil in London kennenlernten, gründeten die Existenz ihrer jungen Familie in Ostberlin, wo der Vater nach dem Krieg seine Ideale als Politiker verwirklichen wollte. Die drei Söhne zwei davon wurden Schriftsteller, der mittlere Schauspieler revoltierten gegen die Autorität der Vätergeneration und scheiterten an der Wirklichkeit, während die kleine Schwester Versöhnung und Ausgleich suchte und oft genug damit an Grenzen stieß, auch an die eigenen.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Marion Brasch: Ab jetzt ist Ruhe - Leseprobe beim Fischer Verlag
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.02.2012
Marion Brasch erzählt in diesem Buch die Geschichte ihrer Familie. Die Geschichte ihres Vaters, des linientreuen SED-Kaders und ihrer berühmten Brüder, die alle in die Kunst und die politische Opposition gingen. Rezensentin Cornelia Geißler sucht in Braschs Roman jedoch vergeblich den großen Bruder Thomas; wie die meisten anderen Figuren bleibt sein Wesen dem "Kleinmädchen-Blick" der Autorin verborgen, wie die Rezensentin schreibt. An einigen Stellen spürt Geißler das Buch durch, das Brasch hätte schreiben können: wenn es um das Verhältnis zur Mutter oder um den Vater geht. Dem gegenüber steht für Geißler die Unschärfe der Brüder und ein naives Bild der DDR, auch über die Sprache stolpert sie das ein oder andere Mal.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.02.2012
Dass dieses Buch geschrieben werden musst, ist dem Rezensenten schnell klar. Auf allen Seiten spürte Helmüt Böttiger den "immensen innerfamiliären Druck", wenn Marion Brasch erzählt. Als jüngste Tochter hat sie alle anderen Familienmitglieder überlebt, den Vater, jüdischen Remigranten und eisernen Parteifunktionär Horst Brasch sowie ihre Brüder Thomas, Klaus und Peter Brasch. Doch während diese allesamt gegen das System aufbegehrten und dann an "Alkohol, Kokain und Verzweiflung" zugrundegingen, so Böttiger, hielt sich die kleine Schwester alle Optionen offen, wurde erst Parteimitglied und dann Radiomoderatorin. Ihren naiven Ton hält der Rezensent als Mittel der Tarnung für begrenzt tauglich, etwas irritiert bemerkt er, wie viel sie "lustig" findet. Doch auch wenn der Rezensent freundlich dem Buch attestiert, leicht aber nicht oberflächlich zu sein, macht er doch deutlich, dass Braschs Duktus für Ereignisse wie das Biermann-Konzert oder den Mauerfall nicht reicht.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.02.2012
Von wegen, meint Wiebke Porombka. Was für Marion Brasch, Jüngste und einzige Überlebende des Brasch-Clans, gilt, in einem Roman zumal, die Verteidigung einer eigenen durchaus heiteren Geschichte, gilt sicher nicht für alle. Der leichte Plauderton und das in diesem Buch anzutreffende Reflexionsniveau und der Trotz einer Siebenjährigen erscheinen der Rezensentin doppelt fragwürdig: Als literarisches Mittel und als Instrument der Aufarbeitung einer höchst tragischen Familiengeschichte. Im Ausbleiben der Reflexion sieht Porombka denn auch die eigentliche Wahrheit des Buches – ein bei aller Seichtheit dann wieder recht tief reichender Einblick in das von dem Behaupten von Alltäglichkeit geprägte Leben in einer Diktatur.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 18.02.2012
Angetan zeigt sich Anja Maier für Marion Braschs "Roman meiner fabelhaften Familie". Die Autorin, Tochter eines bekannten DDR-Funktionärs, Schwester des Schriftstellers Thomas und des Schauspielers Klaus Brasch, erzählt von Ostberliner Dissidentenkreisen, öden Parteiversammlungen und von der Tragik, alle Familienmitglieder verloren zu haben, durch Krebs, Herzversagen, Alkohol und Tabletten. Eine Widerstandsbiografie stricke sich Brasch nicht, betont Maier. Eher sieht sie in dem Buch eine "ungeschönte" Beschreibung des Verlusts einer Familie vor dem Hintergrund der Zerrissenheit der DDR-Intelligenz.
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