Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Hier, in den neuen Erzählungen von Marica Bodrozic, sind sie wieder, die vertrauten Topoi: das dörfliche Leben, die Natur, die Jahreszeiten, der Aberglaube; die Suche nach der verlorenen Kindheit, aber auch Krieg und Diktatur. Mit poetischem Blick sammelt die Autorin auf elf dalmatinisch-istrischen Inseln Bilder und Szenen und fügt sie zu modernen Märchen. Ihre Figuren sind Bildinspektoren, Windsammler oder Eroberer des Wörterbuchs, Wanderer durch Landschaft, Mythos und Geschichte. Die Erzählung "Die Rache des Damhirsches" etwa spielt an auf ein Treffen zwischen von Tito und Walter Ulbricht. Die Meeresseite der Orange thematisiert den jugoslawischen Gulag auf der Kahlen Insel.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.02.2008
Sandra Kerschbaumer ist vom jüngsten Band mit Erzählungen der kroatischen Autorin Marica Bodrozic enttäuscht. Hatte sie in ihrem Debüt vor fünf Jahren noch durch genaue und kraftvolle Bilder und einen zupackenden Realitätssinn überzeugt, verlässt die 1973 geborene Autorin mit ihren jetztigen Erzählungen fast vollständig die realistische Welt, stellt die Rezensentin fest. Auf die Dauer enervierend findet Kerschbaumer die bemüht poetische Bildhaftigkeit, die sich auch in der immer stärker auflösenden Syntax niederschlägt. Wenn Bodrozic wiederholt Traumerzählungen in ihre Geschichten einbezieht, ist mitunter der Kitsch nicht fern, moniert die Rezensentin weiter, die an diesem Band offensichtlich nur die Erzählung "Im Reich des Damhirsches" wegen ihrer "absurden Komik" schätzt.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.11.2007
Ein wenig enttäuscht scheint Jörg Drews von den neuen Erzählungen Marica Bodrozics, einer Autorin, die er sehr schätzt und deren Bücher "Tito ist tot" und "Sterne erben, Sterne färben" bleibenden Eindruck bei ihm hinterlassen haben. Die vorliegenden Erzählungen kranken in seinen Augen allerdings an einer "Überdosis Poesie". Er kann sich des Eindrucks nicht erwehren, Bodrozic führe jedes Wort gleich ins Poetische, ins Bild, Gleichnis, in die surreale Metapher. Sie tut seines Erachtens damit des Guten viel zu viel. Und so stellen sich "Ermüdungserscheinungen" bei ihm ein. Er bedauert, dass sich nicht mehr Erzählungen wie "Die Meeresseite der Orange" in dem Band finden. Hier nämlich stellt die Autorin unter Beweis, das sie auch eine "schöne und durchaus poetische Lakonik" beherrscht.
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