Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Marica Bodrozic

Das Gedächtnis der Libellen

Roman

Cover: Das Gedächtnis der Libellen

Luchterhand Literaturverlag, München 2010
ISBN-10 3630873340
ISBN-13 9783630873343
Gebunden, 255 Seiten, 19,99 EUR

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Klappentext

Noch sind die Tage ungetrübt. Die junge Nadeshda fährt nach Amsterdam, um dort ihren Geliebten Ilja zu treffen. Sie hat Schuhe mit den höchsten Absätzen an und phantasiert sich Iljas Küssen entgegen. Doch was als lustvolle Reise beginnt, wirft Nadeshda völlig aus dem Gleichgewicht, bringt sie an ihre Grenzen und verändert ihre ganze Wahrnehmung von ihrer Liebe und sich selbst. Denn Nadeshda muss erkennen, dass sie in ihre Träume, Sehnsüchte und merkwürdig robusten Hoffnungen verstrickt ist, obwohl sie es besser hätte wissen können. Obwohl sie hätte sehen müssen, dass ihr Wunsch, den verheirateten Ilja ganz für sich zu gewinnen, nie in Erfüllung gehen wird. Denn Ilja hat sie nie hinters Licht geführt: Von der ersten Begegnung an sprach er davon, dass ihre Liebe keine Zukunft haben könne. Das hindert ihn aber keineswegs daran, Nadeshda dennoch weiterhin seine Liebe zu erklären.

BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Marica Bodrozic: Das gedächtnis der Libellen - Leseprobe beim Luchterhand Verlag

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2011

Nicht wirklich geglückt scheint dieser Roman der Rezensentin Andrea Diener. Marica Bodrozic erzählt darin von der Liebe einer Frau zu einem verheirateten Mann, wobei man sich dieses Erzählen, baut Diener falschen Erwartungen an dieses als Roman deklariertes Buch vor, weniger als einen chronologisches Erzählfluss vorstellen muss denn als einen permanenten Bewusstseinsstrom. Bodrozic türmt Gedanken, Erinnerungen, Fragen aufeinander und lässt Assoziationen und Traumsymbolen solch freien Lauf, dass die Rezensentin hier eher die Stimme der Psychoanalytikerin Bodrozic erkannte als die der Erzählerin. Der Sachlage sei dies nicht immer dienlich, lässt die Rezensentin deutlich erkennen, der die Innerlichkeit des Buchs auch etwas zu "provozierend" war.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.08.2010

Burkhard Müller erkennt in "Das Gedächtnis der Libellen" eine gereifte Autorin und spricht dem Roman eine "große und originelle Humanität" zu. Was hier so gradlinig erzählt wird, die große Liebe der Erzählerin zu einem "Liebesschuft" - ihre Eltern hatten sie einst in der dalmatinischen Heimat zurückgelassen und sind nach Amerika ausgewandert -, hätte auch langweilig geraten können, meint der Rezensent. Dass der lange Monolog von Nadeshda es nicht ist, das liegt nicht zuletzt an der intensiven und höchst anschaulichen Sprache, die die Hände einer geliebten Person beispielsweise derart individuell und originell zu schildern vermag, dass dieser Mensch unverwechselbar wird, so Müller beeindruckt. Mit der Geschichte des Vaters, der neben dem Töten und Sammeln von Libellen offenbar auch Schlimmeres auf dem Gewissen hat, kommt zwar ein ziemlich unanschauliches und damit unüberzeugendes Moment in das Buch. Am Ende findet es der Rezensent aber sogar ganz erleichternd, dass dies nicht so genau enthüllt wird, denn mit dem Jugoslawien-Krieg, der als Folie dieser Geschichte stets durchscheint, sind schon genug "Finsternisse" präsent, findet Müller.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren