Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Ihe Weg führte aus der versunkenen Welt des schlesischen Landadels in jene der Literatur und des Feuilletons: Maria Frise, geborene von Loesch, wuchs in dem niederschlesischen Gut Lorzendorf auf. Ohne zu verklären, erzählt sie von ihrer Kindheit im zugigen Schloss, vom Alltag im landwirtschaftlichen Betrieb, von Jagden und Ausritten, von Flucht und Neuanfang nach 1945 und von ihrem Weg als Schriftstellerin und Journalistin bei der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 25.07.2005
Als "beeindruckende Geschichte einer späten weiblichen Selbstverwirklichung" würdigt Rezensent Oliver Pfohlmann diese Autobiografie von Maria Frise. Das Leben der 1926 geborenen Journalistin sieht er von dramatischen Neuanfängen und Rollenkonflikten geprägt. Die Erzählung reicht von Frises Kindheit in Schlesien, der Flucht nach Schleswig-Holstein bei Kriegsende über eine unglückliche Ehe, Depressionen, die Scheidung sowie eine erneute Heirat, bis 1968, als Frise mit 42 Jahren schließlich Redakteurin bei der FAZ wird. Er lobt ihre Erinnerungen als ebenso "unsentimental" wie "warmherzig" geschrieben, besonders gefällt ihm die die Absenz jeglicher Verklärungs- oder Denunziationsabsichten. "Sympathisch sachlich und offen, wenn auch nicht immer frei von Bitterkeit", lautet Pfohlmanns positives Fazit.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.01.2005
Erinnerungen, vorgetragen im Ton einer "ansteckenden Vernunft", hat Walter Hinck in Maria Frises "Meine schlesische Familie und ich" gefunden. Dargestellt wird, wie eine aus dem schlesischen Adel Stammende nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus langsam ihren Weg findet hinein in das kulturelle Milieu der Nachkriegszeit, das eher von einem europäischen Geist geprägt ist denn von dem des Ressentiments und der Restauration. Markiert wird dieser Übergang durch die Trennung von ihrem ersten Mann, einem Vetter, und die Hochzeit mit Adolf Frise, dem Herausgeber des Musilschen Werkes. Zwar gibt es Längen, Phasen nachlassender Spannung in diesen Memoiren, urteilt Hinck, etwa, wenn die Autorin einen erzählerischen Rundgang durch die befreundete und verwandte Adelsgeschlechter macht. Doch fürchtet der Rezensent nicht um die Leser - Frises Gabe des "farbigen Erzählens" werde sie über solche Stellen hinweg tragen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.12.2004
In den Augen der Rezensentin Meike Fessmann ist die Lebensgeschichte der Schriftstellerin und langjährigen FAZ-Redakteurin Maria Frise, die auf einem schlesischen Gutshof geboren wurde, ein spannendes Zeitdokument, das die "Fallstricke des Genres" vermeidet. Die Autorin verfällt weder in Nostalgie noch in Revanchismus, sondern erzählt nüchtern und zurückhaltend von ihrer Jugend. Sympathisch findet Fessmanns auch, dass "die Scham darüber, dass die väterliche Seite der Verwandtschaft sich später mit dem Nationalsozialismus eingelassen hat" immer wieder zu spüren sei. So entsteht nach Meinung der Rezensentin ein "eindrückliches Bild des schlesischen Landadels der Zwischenkriegszeit". Auch ihr, wie Frise es selbst nennt, "drittes Leben", in dem sie mit Musil-Herausgeber Adolf Frise verheiratet war und allerhand literarische Prominenz kennen lernte, liest sich nach Fessmanns Meinung recht spannend - auch wenn darin dank Frise zurückhaltender Art kein Klatsch und Tratsch zu finden ist: "Mehr als ein paar kleine Korrekturen an eingebürgerten Images erlaubt sie sich nicht."
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