Bücherschau der Woche
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Klappentext
Mit einem Vorwort von Egon Bahr. Margret Boveri ist längst eine Figur der Zeitgeschichte. Als eine der ersten Frauen des 20. Jahrhunderts behauptete sie sich in der Männerwelt des politischen Journalismus, und wie kaum einer ihrer männlichen Kollegen hat sie dabei die Geschehnisse im Deutschland ihrer Zeit begleitet. Sie habe - so fasste sie es selbst einmal zusammen - als "Untertan, Bürger und Beobachter" die bayerische Monarchie, die Weimarer Republik, die Diktatur Hitlers und das Besatzungsregime im besiegten Deutschland miterlebt.
Was für Millionen von Berlinern Schicksal war, nahm sie aus freien Stücken auf sich: Sie verzichtete auf das Angebot der Deutschen Botschaft in Madrid, das Kriegsende in der Sicherheit des fernen Spanien abzuwarten, und kehrte im März 1944 zurück nach Berlin, weil sie sehen wollte, wie eine Weltstadt unterging. Diese Neugierde der passionierten Journalistin und Zeithistorikerin machte die Boveri zu einer unvergleichlichen Chronistin des Untergangs. In ihren Briefen aus der belagerten Stadt, die 1968 erstmals erschienen und nun in einer Neuausgabe vorliegen, berichtet sie von Feuerstürmen und Straßenkämpfen, von Tod, Hunger, Vergewaltigungen, von Hoffnungen, Enttäuschungen - und von der Kunst und dem Glück des Überlebens.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.03.2005
Erfreut zeigt sich Rezensent Haug von Kuenheim über diesen Nachdruck von Briefen der "großen Journalistin" Margret Boveri, die sie von Februar bis September 1945 in Berlin verfasste. Im Frühjahr 1944 nach diversen Auslandsposten zurückgekehrt, habe sie als "Beobachterin und Chronistin" das Frontstadt-Geschehen in Rundbriefen an ihre Freunde notiert. Diese privaten Briefe und Notizen findet Kuenheim "aufregend zu lesen", weil sie auch Gefühle, Ängste und Hoffnungen wiedergeben. Boveri könne die Journalistin in sich nicht verleugnen, hebt Kuenheim hervor, wenn sie minutiös den Kampf ums Überleben, die Jagd auf Lebensmittel, den Einzug der Russen und schließlich der westlichen Alliierten schildere. "Aus der Fülle der Erinnerungsliteratur ragt dieses Buch hervor", lobt Rezensent abschließend. "Deshalb sei es jedem, der sich ein Bild jener Zeit machen will, ans Herz gelegt."

Margret Boveri
Margret Boveri, 1900 in Würzburg als Tochter der Biologen Theodor Boveri und Marcella O'Grady geboren, studierte an der Deutschen Hochschule für Politik und arbeitete 1934 bis 1937 für das "Berliner ... mehr lesen















