Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Italienischen von Ulrich Hartmann. Ortensia und Anemone sind Zwillingsschwestern und dennoch grundverschieden. Sie sind sich nicht grün und legen Wert auf die Feststellung, zweieiige Zwillinge zu sein. Ortensia ist der Pechvogel der beiden, das Aschenputtel: magersüchtig, verhärmt, am ganzen Körper dicht behaart, steckt sie voller Komplexe und klammert sich an die verschiedensten Heilslehren. Anemone dagegen ist der Glückspilz: das schöne Mädchen ohne Probleme, von allen geliebt, die übermütige, strahlende, sexsüchtige Barbiepuppe, selbstverliebt und genußsüchtig, die alles Intellektuelle verachtet und ihre Schwester mit der Herablassung einer großmütigen Siegerin behandelt. Beide Frauen suchen dieselbe Hellseherin auf: die Magierin Manola - eine rätselhaft schweigsame Gestalt ...
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.01.2001
Ziemlich angetan ist Gustav Zürcher von Margaret Mazzantinis zweiten Roman, der es seiner Meinung nach schafft, "verwegene Abwege der Seele" zu beschreiben, ohne dabei an Klarheit zu verlieren oder "ästhetischen Zauber" einzubüßen. Es geht um ungleiche Zwillingsschwestern, die sich der geheimnisvollen Manola anvertrauen und um den Dichter Poldo, der das eingefahrenen Gefüge zwischen den beiden Schwestern aufbricht. Thema des Romans ist nach Zürchers Meinung "eine aus den Fugen geratenen Weiblichkeit". Die Art und Weise, wie Mazzantini dies beschreibt, gefällt dem Rezensenten außerordentlich gut. Ihrer Phantasie setze die Autorin keine Grenzen, Surrealem mische sich mit einer wohlgeordneten Darstellung der Charaktere: "Gewürzt und geschärft mit sämtlichen Mitteln des literarischen Unernstes ? verwandeln sich Mazzantinis überbordende Ein- und Ausfälle zu ästhetischen Bausteinen eines intelligenten Zeitromans", lautet das durchweg positive Fazit des Rezensenten
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.06.2000
Friedmar Apel gibt in seiner Rezension zunächst eine kleine Einführung in die Gattung des (italienischen) Kunstmärchens, an deren Auferstehung die Autorin sich hier versucht. Besonders gelungen scheint er dieses Ansinnen allerdings nicht zu finden. Zwar gibt es auch hier die märchenüblichen Zutaten wie ungleiche Schwestern, `Feen, Ritter, Fürsten, Hexen`. Die "moralités" jedoch haben für seinen Geschmack eine zu deutliche Schlagseite hin zu "heutiger Populärpsychologie": "Pseudoreligiöser Unsinn von Horoskop und Wahrsagerei bis hin zum Euro-Buddhismus" scheint nicht Apels Sache zu sein. Zwar lobt er die Intelligenz und die sprachlichen Fähigkeiten der Autorin. Aber die Anhäufung von Skurrilitäten, menschlichen Absonderungen und die "sämtlichen vierhundert Phobien" des Mädchens Ortensia sind ihm dann doch zuviel.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Theodor W. Adorno: Philosophie und Soziologie (1960)
Herausgegeben von Dirk Braunstein. Die Vorlesung über "Philosophie und Soziologie" aus dem Sommersemester ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen








