Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Französischen von Marianne Schönbach. In den frühen Tagen des Ersten Weltkriegs, noch bevor die Front wirklich eröffnet ist, wird der junge Offizier Adrien Fournier bei einem Aufklärungsritt von der Explosion einer Granate erfasst, sein Gesicht bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Es folgen fünf Jahre im Pariser Hospital Val-de-Grâce, in einem Zimmer mit zwei anderen, deren Gesichter ebenfalls verstümmelt sind. Marc Dugain schildert das bedrückende Vegetieren in der engen Offizierskammer des Hospitals, die entstehende Freundschaft unter den Leidensgenossen, ihre Hoffnung auf neue chirurgische Techniken und ihre Verzweiflung über das unwiederbringlich verlorene Antlitz, die angewiderten und dennoch ehrfürchtigen Reaktionen der Landsleute, als die Verstümmelten sich ein erstes Mal wieder auf die Pariser Boulevards wagen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.08.2000
Bruno Preisendörfer findet mächtige Worte für dieses Buch. Ein kleiner Roman sei er mit nur 138 Seiten, aber ein großes Werk, so der Rezensent beeindruckt. Durch die klare, zurückhaltende Sprache, die ihre literarische Wirkung mit großer Zurückhaltung der Mittel erreiche, entstehe die "Wucht" dieses Textes, lobt Preisendörfer. Dabei sei die Geschichte von drei Männern, die entstellt aus dem zweiten Weltkrieg zurückkehrten, das "eigentliche Rückgrat" des Romans. Auch wenn der Rezensent einige wenige "Floskeln" bemängelt, kann das seiner Begeisterung keinen Abbruch tun.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.06.2000
Meike Fessmann spricht mit großer Hochachtung von diesem Roman, in dem der Protagonist, der im Ersten Weltkrieg durch eine Granate sein Gesicht verloren hat, sich in einem Militärhospital mit drei Leidensgenossen zu einer Schicksalsgemeinschaft zusammen findet. Spürbar beeindruckt erzählt die Rezensentin davon, wie die einzige Frau, die taube Maguerite, nur von den Lippen eines einzigen ablesen kann - weil alle anderen gar keinen Mund mehr haben. Wichtiger noch als Szenen wie diese erscheint ihr die Herangehensweise des Autors: "Ohne erkennbare Anstrengung, zurückhaltend, in einem nüchternen Stil, der niemals kalt wirkt" sei es Dugain gelungen, dass Innenleben des Betroffenen zu zeigen und gleichzeitig auch die Epoche einzufangen. Fessmann bewundert die "altmodisch erscheinende Geisteshaltung" der Versehrten, nicht mit ihrem Schicksal zu hadern, in Verbitterung zu verfallen oder sich zu Märtyrern machen zu lassen. Auf nur wenigen Seiten hat Dugain "einen schweren Stoff leicht bewältigt", lautet das begeisterte Fazit der Rezensentin.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Theodor W. Adorno: Philosophie und Soziologie (1960)
Herausgegeben von Dirk Braunstein. Die Vorlesung über "Philosophie und Soziologie" aus dem Sommersemester ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen







