Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Manuel Castells

Das Informationszeitalter

Band 1: Die Netzwerkgesellschaft

Leske und Budrich Verlag, Leverkusen 2001
ISBN-10 3810032239
ISBN-13 9783810032232
Gebunden, 632 Seiten, 34,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Reinhart Kößler. Im ersten Band seiner Trilogie "das Informationszeitalter" betrachtet Castells die ökonomische und gesellschaftliche Entwicklung im Informationszeitalter. Auf der Grundlage von Daten aus den USA, Asien, Lateinamerika und Europa entwickelt er eine systematische Theorie der Informationsgesellschaft, die die fundamentale Bedeutung der Informationstechnologie für die heutige Welt berücksichtigt. Die USA, Westeuropa, Russland, Bolivien, die Islamische Welt, China und Japan sind die Beobachtungsfelder des Autors, der die sozialen Prozesse ebenso untersucht wie die politischen Probleme des Nationalstaats und der Demokratie.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 30.04.2003

Drei Bände umfasst Manuel Castells Studie über unsere Netzwerkgesellschaft, und Ludger Heidbrink meint, sie hätten das Zeug zum soziologischen Klassiker. Denn dem in Berkeley lehrenden Wissenschaftler sei es gelungen, ein passendes Etikett für den gesellschaftlichen Umbruch und den grundlegenden Wandel im Zeitalter von Informationstechnologien, globaler Vernetzung, der Auflösung von Nationalstaaten, dem Niedergang des Industriekapitalismus zu finden, so Heidbrink. Für ihn zeichnet Castells ein hochambivalentes Bild von der Informationsgesellschaft; wo auf der einen Seite der Datentransfer blühe und die Produktivität steige, bestünde auf der anderen Seite die Gefahr des sozialen Ausschlusses (bis hin zu ganzen Territorien). Die Politik verliere an Glaubwürdigkeit, zugleich formierten sich kraftvolle zivilgesellschaftliche Bewegungen, denen es jedoch an einer gemeinsamen Projektidentität fehle, referiert Heidbrink das Castells'sche Szenario. Trotz Materialfülle und seines kompilatorischen Charakters trage das dreibändige Buch zur Entwirrung unserer - in den Worten Castells' - "informierten Verwirrtheit" bei, schließt Heidbrink.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.06.2002

Dass Manuel Castells im Klappentext als "Guru des Informationszeitalters" tituliert wird, lässt erst mal nicht viel Gutes ahnen, meint der Rezensent Bernhard Dotzler. Er ist dann aber doch recht angetan vom dreibändigen, nun mit den ersten beiden Bänden übersetzten (und für die Übersetzung vom Autor noch einmal überarbeiteten) opus magnum des einst aus Spanien nach Frankreich, dann nach Berkeley emigrierten Soziologen Castells. Zwar, räumt Dotzler ein, sind die Thesen des Autors zur Globalisierung und zur Ausbreitung einer weltweit vernetzten Gesellschaft "nicht unbedingt originell", wahr und richtig aber sind sie, wie er findet, dennoch. Zumal Castells die Hinweise auf die - systemnotwendigen - Ausschlüsse, die Löcher im Netz, nicht verschweigt, so wenig wie die Ausbreitung der "Wüste" an den Rändern und die durch und durch modernen Gegenbewegungen, zu denen auch der islamische Fundamentalismus gehört. Mehr noch: Castells begnügt sich, so Dotzler, nicht mit der Aufzählung des Üblichen, er breitet "das Kleingedruckte" aus und füllt die Abstraktion mit anschaulichen Details, aber auch einfach mit akribisch recherchierten Daten und Fakten.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 02.02.2002

Professor Castells aus Berkeley, Kalifornien, ist der neueste "Guru des Informationszeitalters". So jedenfalls das "Focus"-Zitat im Klappentext - und ganz unberechtigt, jedoch mehr im Bösen als im Guten, ist die Behauptung nicht, meint Niels Werber in seiner Rezension. Vieles in seinem selbst schon voluminösen ersten Band einer geplanten Theorie-Trilogie liest sich, so Werber, wie "ein Börsenbrief der Ultra-Hausse-Phase" der New Economy. Wir befinden uns, meint Castells, mitten in der Revolution: alles neu macht die Netzwerkgesellschaft. Computer vernetzen die Menschen rund um den Globus, aber auch in jeder kleinen Firma, die globale Wirtschaft ist von ungeheurer "Flexibilität und Anpassungsfähigkeit". Mag ja sein, meint Niels Werber, eine aufregend neue Erkenntnis ist es jedenfalls nicht. Schlimmer noch wird es, wenn Castells beginnt, sich als neuen Max Weber zu imaginieren, ohne doch zu mehr als einer ganz simplen These zu gelangen, die Werber so kommentiert: "Wie die Technik, so die Gesellschaft. So einfach kann Soziologie sein." Die vielen Statistiken, die Castells aufführt, helfen da, meint der Rezensent, nicht weiter, dass die deutsche Übersetzung regelmäßig die Zahlwörter verwechselt, komme erschwerend hinzu.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.11.2001

Für den Leser dieses Bandes "tut sich ein neuer Kontinent auf", schreibt Rezensent Robert Misik. Der Autor bietet seiner Ansicht nach auf 632 Seiten eine "brillante Synthese" der Umwälzungen, die durch das Internet entstanden sind. Die Welt entwickelt sich anders als früher, lehre Castells: Sie lasse sich nicht mehr nach "industrialisierter Welt" und "Entwicklungsländern" unterscheiden - jetzt gehe es um "online oder offline". Es sei eine "regelrechte Netzwerkmentalität" entstanden, übermittelt der Rezensent, von der ebenso Großkonzerne wie Globalisierungsgegner profitierten. Auch warnende Hinweise hat Misik dem Werk entnommen: Die neue Technik ist "noch lange nicht" neutral, nur weil unterschiedlichste Interessenten sie nutzen könnten. Castells belege seine Ausführungen mit einer Fülle von Zahlen, Daten und Statistiken, ohne banal zu werden. So gelinge es ihm, die Gegenwart "auf neuartige Weise" einzufangen, lobt der Rezensent.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren