Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Die Hauptfigur, ein Student, studiert in Paris an der berühmten Klinik der Salpetriere. Dort trifft er auf Pierre Janet, den Nachfolger Charcots, des `Napoleons der Neurosen`. Zwei Frauen bestimmen das Leben des jungen Studenten: Zoia, Schankmädchen und Malermodell und Meret, die schöne und reiche Zürcherin. Am Schluß steht eine Kriminalepisode: Ein Angehöriger der Nervenklinik wird ermordet. Anhand einiger Muster aus dem Leben von C.G. Jung gibt der Roman ein Bild von der Entstehung der modernen Tiefenpsychologie am Ende des 19. Jahrhunderts.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.07.2000
Rezensent Christoph Bartmann stellt den Autor als Oldenburger Literaturpsychologen mit Schwerpunkt 19. Jahrhundert vor, der nun eine "literarische Phantasie" über C.G. Jung vorgelegt hätte. Vermutlich deshalb, meint der Rezensent mit einer gehörigen Portion Gehässigkeit, "um einmal so richtig in den Dekors und Valeurs des literarischen Meisters Thomas Mann schwelgen zu können". Ganz so schlimm kann das Buch aber doch nicht sein, denn Bartmann hat auch allerlei Gutes zu vermelden. Die Erzählung sei anschaulich und plausibel. Manche Schilderung findet er sogar "eindringlich". Auf einmal hat ihn dann doch so etwas wie Begeisterung gepackt. Am Ende will er noch mehr über Jung wissen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.06.2000
Der Ton des Rezensenten ist herablassend, wenn nicht gar abfällig, auch wenn Ludger Lütkehaus nach zwei Drittel seiner Besprechung behauptet, er habe den Roman bis auf die eingebaute Kriminalgeschichte gern gelesen. So geht es einem ja manchmal, man findet keine Argumente für etwas, das man widersträubend tut, ohne es lassen zu können. Einige Argumente für und wider diese biografisch-literarische Erkundung des Lebens von C.G. Jung liefert Lütkehaus dennoch: als Minuspunkt vermerkt er, daß Dierks imaginierte Biografie vor den eigentlich brisanten Punkten im Leben Jungs halt macht, also vor seiner Bekanntschaft mit Freud und Spielrein. Dagegen gefallen dem Rezensenten die Frauenfiguren, die er weniger blass als die Hauptfigur vorkommen. Dierks` lakonische Sprache neige gelegentlich zum Kitsch, wovon er die eindrucksvollen Landschaftsportraits ausnimmt. Insgesamt findet Lütkehaus die biografische Spurensuche des Thomas Mann-Experten Dierks legitim. Doch dann zitiert er den schönen Satz von Jung: "Die Psychiatrie ... verwandelte Tiefe in Oberfläche", um dieses legitime Unterfangen gleich wieder in Abrede zu stellen.
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