Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Manfred Dierks

Das dunkle Gesicht

Eine literarische Phantasie über C. G. Jung

Artemis und Winkler Verlag, Zürich 1999
ISBN-10 3538070989
ISBN-13 9783538070981
Gebunden, 288 Seiten, 20,35 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Die Hauptfigur, ein Student, studiert in Paris an der berühmten Klinik der Salpetriere. Dort trifft er auf Pierre Janet, den Nachfolger Charcots, des `Napoleons der Neurosen`. Zwei Frauen bestimmen das Leben des jungen Studenten: Zoia, Schankmädchen und Malermodell und Meret, die schöne und reiche Zürcherin. Am Schluß steht eine Kriminalepisode: Ein Angehöriger der Nervenklinik wird ermordet. Anhand einiger Muster aus dem Leben von C.G. Jung gibt der Roman ein Bild von der Entstehung der modernen Tiefenpsychologie am Ende des 19. Jahrhunderts.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.07.2000

Rezensent Christoph Bartmann stellt den Autor als Oldenburger Literaturpsychologen mit Schwerpunkt 19. Jahrhundert vor, der nun eine "literarische Phantasie" über C.G. Jung vorgelegt hätte. Vermutlich deshalb, meint der Rezensent mit einer gehörigen Portion Gehässigkeit, "um einmal so richtig in den Dekors und Valeurs des literarischen Meisters Thomas Mann schwelgen zu können". Ganz so schlimm kann das Buch aber doch nicht sein, denn Bartmann hat auch allerlei Gutes zu vermelden. Die Erzählung sei anschaulich und plausibel. Manche Schilderung findet er sogar "eindringlich". Auf einmal hat ihn dann doch so etwas wie Begeisterung gepackt. Am Ende will er noch mehr über Jung wissen.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.06.2000

Der Ton des Rezensenten ist herablassend, wenn nicht gar abfällig, auch wenn Ludger Lütkehaus nach zwei Drittel seiner Besprechung behauptet, er habe den Roman bis auf die eingebaute Kriminalgeschichte gern gelesen. So geht es einem ja manchmal, man findet keine Argumente für etwas, das man widersträubend tut, ohne es lassen zu können. Einige Argumente für und wider diese biografisch-literarische Erkundung des Lebens von C.G. Jung liefert Lütkehaus dennoch: als Minuspunkt vermerkt er, daß Dierks imaginierte Biografie vor den eigentlich brisanten Punkten im Leben Jungs halt macht, also vor seiner Bekanntschaft mit Freud und Spielrein. Dagegen gefallen dem Rezensenten die Frauenfiguren, die er weniger blass als die Hauptfigur vorkommen. Dierks` lakonische Sprache neige gelegentlich zum Kitsch, wovon er die eindrucksvollen Landschaftsportraits ausnimmt. Insgesamt findet Lütkehaus die biografische Spurensuche des Thomas Mann-Experten Dierks legitim. Doch dann zitiert er den schönen Satz von Jung: "Die Psychiatrie ... verwandelte Tiefe in Oberfläche", um dieses legitime Unterfangen gleich wieder in Abrede zu stellen.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren