Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Englischen und mit einem Nachwort von Hans-Christian Oeser. Nach dem Tod ihrer Mutter Mary kehrt die junge Anastasia King traurig und einsam zu ihrer Großmutter nach Dublin zurück. Doch die Großmutter denkt gar nicht daran, ihr Trost zu spenden. Mary hat ihren einzigen Sohn gegen ihren Willen geheiratet und dann verlassen, Anastasia ist ihrer Mutter nach Paris gefolgt und deshalb, meint die Großmutter, schuld am Tod des Vaters. Mrs. King sinnt auf Rache und verwickelt Anastasia in ein perfides emotionales Katz-und-Maus-Spiel. Kaltherzig gibt sie Anastasia zu verstehen, daß sie in dem Haus ihrer Geburt nur mehr als Gast geduldet wird. Aber auch Anastasia ist der Liebe, die sie so verzweifelt herbeisehnt, unfähig. Denn als es eines Tages darum geht, den letzten Wunsch einer alten Freundin zu erfüllen, versagt sie kläglich.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.02.2004
In "erstarrte Räume" ließ sich der Rezensent mit dem Kürzel "as" von Maeve Brennans kürzlich wiederentdeckter Novelle aus den vierziger Jahren entführen. Obgleich die Figurenkonstellation Stoff für eine "erstklassige" Schmonzette abgeben würde, wie der Rezensent meint - Miss Kilbrides, eine alternde Jungfer, die im Schatten ihrer verstorbenen Mutter eingefroren ist; die eifersüchtig über das Herz ihres Sohnes wachende Mrs. King, die ihre Schwiegertochter samt Tochter vergraulte; und eben diese Tochter, die es nach Jahren heimatlos und verwaist zurück ins Haus ihrer Großmutter treibt -, so schafft Brennan doch so "eisklare, fremde und hochgespannte" Szenen, dass dem Leser kein "Atem für gefühlige Seufzer" bleibt. Wie das Nachwort von Hans-Christian Oeser, der auch für die "versierte" Übersetzung zeichnet, nahe legt, nahm Brennan mit der Geschichte dieser "aus schierer seelischer Entbehrung in sich zurückgescheuchten" Frauen bereits die "Unbehaustheit und Umnachtung" ihrer späteren Jahre vorweg, berichtet der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.12.2003
"Für mich war sie eine der größten Schriftstellerinnen des letzten Jahrhunderts", feiert Rezensent Maxim Biller die irische Schriftstellerin Maeve Brennan, deren Wiederentdeckung sein von Begeisterung bebender Text zwingend nahe legt. Den vorliegenden Roman beschreibt er als dunkles Meisterwerk auf der einen, als optimistisches glückliches Buch auf der anderen Seite. Denn "Die Besucherin" sei zwar ein "wunderbares, unendlich trauriges Buch". Doch sein größter Zauber bestehe darin, dass es seinen Lesen nicht wirklich traurig mache, sondern hoffnungsfroh. Als stillen, bedrückenden Irrsinn empfand Biller die im Zentrum des Romans stehende Beziehung einer Großmutter zu ihrer erwachsenen Enkelin Anastasia, hinter der sie die Mörderin "ihres vergötterten Sohns", also Anastasias Vater vermutet. Natürlich sei Maeve Brennan auch irgendwie Anastasia, vermutet Biller und taucht in Brennans ihn sichtlich rührenden Lebensgeschichte ein. Auch die unwirklich schöne Sprache ("jeder Satz ein Juwel") der 1993 verstorbenen Autorin, ihre unendlich lässige handwerkliche Souveränität haben Biller, wie er zu Protokoll gibt, von der ersten Zeile an hypnotisiert.
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