Bücherschau der Woche
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Klappentext
Deutsche Erstveröffentlichung des 1911 im Original erschienenen Romans von Pirandello. Herausgegeben, aus dem Italienischen übersetzt und mit einem Nachwort von Michael Rössner. Dieser Roman ist in manchen Passagen von geradezu beklemmender Aktualität. Die Problematik der Geschlechterrollen verbindet sich mit den nicht minder aktuellen Themen der Ökonomisierung aller Lebensbereiche und der Degradierung von Kunst zur Ware. Zugleich ist der Roman eine Satire auf die pseudointellektuelle römische Gesellschaft seiner Zeit.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.06.2001
Manfred Hardt zeigt sich recht angetan davon, dass Pirandellos Werk nun überhaupt in einer deutschsprachigen Werkausgabe vorliegt und findet es darum verzeihlich, dass es sich hier nicht um eine "historisch-kritische Edition" handelt. Die wichtigsten Werke sieht der Rezensent hier in "zuverlässigen neuen oder sorgfältig redigierten älteren Übersetzungen" vertreten. Nur das lyrische Werk sei fast ganz vernachlässigt worden, bedauert er. Auch die unübersichtliche und nicht überzeugende Anordnung der Werke wird von Hardt kritisiert, ebenso wie das dürftige Werkregister im letzten Band. Doch schmälern diese Schwächen seiner Ansicht nach die Leistung, Pirandellos Werk im deutschen Sprachraum stärker bekannt zu machen, kaum. Besonders hebt Hardt den erstmals auf deutsch vorliegenden Roman 'Der Mann seiner Frau' hervor, der ihm ausgesprochen aktuell erscheint. Hier verliert ein Mann neben seiner erfolgreichen Frau, einer Schriftstellerin, seine Identität und Selbständigkeit und versucht, nachdem sie ihn verlassen hat, sich als ihr Manager zu profilieren. Hardt bewertet diesem Roman begeistert als eine "unerbittliche Analyse des Geschlechterkonflikts".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.06.2000
Maike Albath ist von diesem 1911 erstmals erschienen Roman schlicht hingerissen. Pirandello erzählt hier die Geschichte einer jungen Schriftstellerin, die mit ihrem etwas übereifrigen Ehemann aus Sizilien nach Rom kommt und dort als "aufgehender Stern am Literaturhimmel" gefeiert wird. Albath beschreibt mit ansteckender Begeisterung Pirandellos "großartiges Porträt" der römischen Gesellschaft: der ennui, der Klatsch, die Eifersüchteleien - all dies sei mit "bissigem Witz und subtiler Ironie" beschrieben. Aber auch die psychologische Zeichnung der Figuren findet Albath höchst beeindruckend. Man merke hier deutlich, dass der Autor sich intensiv mit Henri Bergson und Kierkegaard beschäftigt hatte. Glücklicherweise bewahre Pirandellos "Sizilianertum" - "Ehebruch, Eifersucht und Wahnsinn" - ihn jedoch vor zuviel "Theorielastigkeit". Albath weist noch darauf hin, dass die vorliegende Übersetzung sich an der ersten Fassung des Romans orientiert. Die zweite, völlig überarbeitete Fassung konnte Pirandello nicht mehr beenden. Zur Übersetzung von Michael Rössner verliert die Rezensentin leider kein Wort.
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