Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Luigi Pirandello

Der Mann seiner Frau

Roman. Gesammelte Werke in 16 Bänden, Band 15

Cover: Der Mann seiner Frau

Propyläen Verlag, Berlin 2000
ISBN-10 3549055447
ISBN-13 9783549055441
Gebunden, 376 Seiten, 34,77 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Deutsche Erstveröffentlichung des 1911 im Original erschienenen Romans von Pirandello. Herausgegeben, aus dem Italienischen übersetzt und mit einem Nachwort von Michael Rössner. Dieser Roman ist in manchen Passagen von geradezu beklemmender Aktualität. Die Problematik der Geschlechterrollen verbindet sich mit den nicht minder aktuellen Themen der Ökonomisierung aller Lebensbereiche und der Degradierung von Kunst zur Ware. Zugleich ist der Roman eine Satire auf die pseudointellektuelle römische Gesellschaft seiner Zeit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.06.2001

Manfred Hardt zeigt sich recht angetan davon, dass Pirandellos Werk nun überhaupt in einer deutschsprachigen Werkausgabe vorliegt und findet es darum verzeihlich, dass es sich hier nicht um eine "historisch-kritische Edition" handelt. Die wichtigsten Werke sieht der Rezensent hier in "zuverlässigen neuen oder sorgfältig redigierten älteren Übersetzungen" vertreten. Nur das lyrische Werk sei fast ganz vernachlässigt worden, bedauert er. Auch die unübersichtliche und nicht überzeugende Anordnung der Werke wird von Hardt kritisiert, ebenso wie das dürftige Werkregister im letzten Band. Doch schmälern diese Schwächen seiner Ansicht nach die Leistung, Pirandellos Werk im deutschen Sprachraum stärker bekannt zu machen, kaum. Besonders hebt Hardt den erstmals auf deutsch vorliegenden Roman 'Der Mann seiner Frau' hervor, der ihm ausgesprochen aktuell erscheint. Hier verliert ein Mann neben seiner erfolgreichen Frau, einer Schriftstellerin, seine Identität und Selbständigkeit und versucht, nachdem sie ihn verlassen hat, sich als ihr Manager zu profilieren. Hardt bewertet diesem Roman begeistert als eine "unerbittliche Analyse des Geschlechterkonflikts".

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.06.2000

Maike Albath ist von diesem 1911 erstmals erschienen Roman schlicht hingerissen. Pirandello erzählt hier die Geschichte einer jungen Schriftstellerin, die mit ihrem etwas übereifrigen Ehemann aus Sizilien nach Rom kommt und dort als "aufgehender Stern am Literaturhimmel" gefeiert wird. Albath beschreibt mit ansteckender Begeisterung Pirandellos "großartiges Porträt" der römischen Gesellschaft: der ennui, der Klatsch, die Eifersüchteleien - all dies sei mit "bissigem Witz und subtiler Ironie" beschrieben. Aber auch die psychologische Zeichnung der Figuren findet Albath höchst beeindruckend. Man merke hier deutlich, dass der Autor sich intensiv mit Henri Bergson und Kierkegaard beschäftigt hatte. Glücklicherweise bewahre Pirandellos "Sizilianertum" - "Ehebruch, Eifersucht und Wahnsinn" - ihn jedoch vor zuviel "Theorielastigkeit". Albath weist noch darauf hin, dass die vorliegende Übersetzung sich an der ersten Fassung des Romans orientiert. Die zweite, völlig überarbeitete Fassung konnte Pirandello nicht mehr beenden. Zur Übersetzung von Michael Rössner verliert die Rezensentin leider kein Wort.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren