Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Ludwig Börne

Ludwig Börne: Berliner Briefe

Philo Verlag, Berlin 2000
ISBN-10 3825701557
ISBN-13 9783825701550
Broschiert, 136 Seiten, 15,24 EUR

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Klappentext

Herausgegeben von Willi Jasper. Börnes Berliner Briefe an Jeanette Wohl sind Dokumente des Privaten und der Gefühle Börnes. Hier geht es nicht um politische Grundsätze, sondern er versucht, sein Leben auf neue Weise zu fassen. 1828, als sich Börne von Mitte Februar bis Ende April in Berlin aufhält, scheinen sowohl seine gesellschaftliche Anerkennung als auch die Heirat mit Jeanette Wohl in greifbarer Nähe. Zweimal die Woche macht er der Freundin "Meldung" aus Berlin, erstattet getreulich Bericht über alle Vorkommnisse und Begegnungen. Trotz seiner anfänglichen Kritik an den "Berliner Kreisen" beeindruckt Börne schnell das großstädtische und liberale Flair Berlins, mit dem sich das enge und provinzielle Frankfurt nicht vergleichen konnte. Die Briefe zeigen auch Börnes schriftstellerisches Prinzip: Er besuchte eine Literatenversammlung und macht daraus einen Kommentar über die Berliner Kulturszene; mit Leichtigkeit entwickelt er aus scheinbar Unwesentlichem Grundsätzliches.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.07.2000

Der Schriftsteller Ludwig Börne verbracht im Jahre 1828 gut zwei Monate in Berlin und aus dieser Zeit stammen die insgesamt 30 Briefe von Börne an seine Freundin Jeanette Wohl, die nach Meinung der Rezensenten mit dem Kürzel "upj" dessen ambivalente Gefühle der Großstadt gegenüber zum Ausdruck brachten: "er genießt die neuen Bekanntschaften, das Berliner Salonleben, und doch zeigen ihn diese `Berliner Briefe` als innerlich zerrissenen, verletzlichen Menschen". Die von Willi Jasper ausgesuchten Briefe lobt der Rezensent für die Frische des gedanklichen Austausches, der "eine geistreiche, von Witz und Herzenswärme gezeichnete Freundschaft" zeigt.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.05.2000

Agnes Hüfners Begeisterung hält sich in Grenzen: Denn nicht nur, dass die "Berliner Briefe" bei näherer Betrachtung diese Bezeichnung kaum rechtfertigen. Vielmehr scheint die Rezensentin zu den diskreteren Naturen zu gehören, die beim Lesen fremder Post, besonders wenn sie recht intimer Art ist, nur verhaltenes Vergnügen verspüren. "Ein wenig peinlich" berührt zeigt sich Hüfner von Börnes Schilderungen an seine Frankfurter Freundin Jeanette Wohl. Darüber hinaus sei der einseitige Briefwechsel (Wohls Antworten sind nicht erhalten) "gesellschaftshistorisch ohne Belang". Im Vordergrund stehen nach Hüfners Diagnose Klatsch und Tratsch, Belanglosigkeiten wie der Inhalt von Speisekarten etc., aber auch Börnes Phlegma, durch das er immer wieder wichtige Begegnungen (z. B. mit Hegel) "verpasst". Alles in allem sind die Briefe "vor allem (...) traurig", resümiert Hüfner.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren