Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Chinesischen von Raffael Keller, bei den Gedichten zusammen mit Jürgen Theobaldy. Der vorliegende Druck vereinigt erstmals in deutscher Sprache die bekanntesten Stücke des großen Prosameisters der chinesischen Literatur, ergänzt um Han Yus Grabschrift für Liu sowie einige Landschaftsgedichte Liu Zongyuans, denen der Dichter Jürgen Theobaldy ihre lyrische Form gegeben hat.
Rezension Perlentaucher
Die kleine Broschüre, in der jetzt einige der Texte von Liu Zongyuan in der imponierenden Übersetzung von Raffael Keller - die Gedichte hat er in Zusammenarbeit mit Jürgen Theobaldy übersetzt - vorgelegt werden, weckt einen Riesenappetit auf mehr von diesem Autor. Man wüsste auch gerne mehr über seine Lebensverhältnisse und über die Literatur seiner Zeit. Ein Text endet zum Beispiel mit der Bemerkung: "So machte ich das 'Gedicht von den Acht Törichten' und hielt es auf einem Felsen am Bach fest." War es gängige Praxis, dass dichtende Gelehrte, gelehrte Dichter ihre Texte in Felsen meißeln ließen? Haben solche Inschriften sich erhalten? Wie sehen sie aus? Gibt es einen schönen Bildband mit diesen in die Natur eingelassenen Schriften? Was und wen meinten die Texte? In dem zitierten Fall die Nachwelt, also auch uns. Aber es gibt einen sehr schönen Text Liu Zongyuans - ich sollte immer wieder diesen Namen schreiben, um ihn mir einzuprägen - über den "Kleinen Hügel westlich des Plätteisenteiches", ein Preislied auf das Naturschöne, der endet mit dem Satz: "Ich schrieb dies auf einen Stein, um dem Hügel damit zu seinem Glück zu gratulieren." Da geht es nicht mehr um die Nachwelt. Die Schrift kommuniziert nicht mit anderen über das, wovon und worüber sie schreibt, sondern mit dem Beschriebenen selbst...
Lesen Sie mehr in Arno Widmanns 'Vom Nachttisch geräumt'
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.01.2006
Der Dichter Liu Zongyuan (773 bis 819) war ein Zeitgenosse Karls des Großen, erzählt Rezensent Ludger Lütkehaus. Zeitweise lebte er am Hofe des Kaisers Xianzong, der ihn jedoch zweimal verbannte. Denn Liu Zongyuan war Anführer einer Bewegung, die den gezierten höfischen Stil verachtete und zur "Einfachheit der alten Literatur" zurück wollte, lesen wir. Seine Gedichte sprechen von der Melancholie, die die Einsamkeit in der Verbannung auslöste, von der Schönheit der Natur, aber auch von der sozialen Not der Bauern. Lütkehaus freut sich über dieses "ebenso schlanke wie schöne Buch", das den Dichter vor dem Vergessen bewahrt.
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