Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Linus Hauser

Kritik der neomythischen Vernunft

Band 1: Menschen als Götter der Erde, 1800-1945

Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2004
ISBN-10 3506776029
ISBN-13 9783506776020
Gebunden, 513 Seiten, 98,00 EUR

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.11.2004

Gegen die vorschnelle Einmottung des Mythos wendet sich der Gießener Religionsphilosoph Linus Hauser in einem "gelehrten Wälzer von gut 500 Seiten", den Rezensent Eckhard Nordhofen mit einigem Bedauern zugeklappt hat. Fasziniert haben ihn die "oft ins Bizarre und Obskurantistische spielenden" Beispiele, mit denen der Autor seine These belegt, wonach der Mythos keineswegs ein Relikt längst vergangener Tage ist. Der vorliegende erste Band (von drei geplanten) stellt die "religionsförmigen Neomythen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts" ins Zentrum. So taucht neomythisches Denken nicht nur bei neureligiösen Gruppen wie etwa Scientology auf, sondern auch bei prominenten Nobelpreisträgern, Computerwissenschaftlern oder Raumfahrern. Ein kurioses und sehr unterhaltsames Panorama breitet Hauser hierbei aus, erklärt unser Rezensent. Aber das Werk sei mehr als ein bloßes Kuriositätenkabinett: "Hausers Arbeit stellt einen der bedeutendsten religionswissenschaftlichen Beiträge der nachmarxistischen Ära dar." Der Kritiker ist schon gespannt auf die beiden folgenden Bände.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.07.2004

Rezensent Helmut Zander sieht Linus Hausers Buch auf tönernen Füßen stehen. Dabei analysiere Hauser durchaus anregend die im 19. Jahrhundert neu entstandenen Mythen, in denen sich metaphysische Selbstvergottung und wissenschaftliche Machbarkeitsphantasie vereinten. Nur -so bedauert der Rezensent - bewege sich Hauser trotz enormer Materialfülle "in keinem seiner Felder sicher auf dem Stand der Forschung". Am Beispiel der These, dass Adolf Hitlers Denken hauptsächlich der Theosophie entstamme, macht Zander dies deutlich: So sind - seiner Ansicht nach - Hausers Hauptquellen als "unzuverlässig" und "Teilfälschung" bekannt oder auch schlichtweg nicht angemessen "ausgeschöpft" worden. Für die beiden in Aussicht gestellten Folgebände wünscht der Rezensent dem Autor für seine interessante Kulturkritik ein solideres Fundament.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.03.2004

Dieser erste von drei geplanten Bänden, in denen Linus Hauser die "Entwicklung vom menschenerschaffenden über den menschengeschaffenen bis hin zum menschlichen Gott" zu untersuchen und darzustellen beabsichtigt, widme sich vor allem der Ausbildung eines begrifflichen Rahmens und einer philosophie- und religionsgeschichtlichen Fundierung, berichtet Stefan Breuer in seiner recht akademischen Rezension. Der Leitfaden des Buches sei, dass die im Zuge der Aufklärung und des Erfolges der Naturwissenschaft raumgreifende Idee der "Machbarkeit" auf die Religiosität übergreife und damit zur "Idee der Machbarkeit von Religionen und Gottesbildern" und schließlich von Gott führe, so Breuer, der Hausers Unternehmen im Umfeld der "Dialektik der Aufklärung" verortet. Anhand seines Konzeptes der "Neomythen", das "eine Art Hineinnahme des wissenschaftlichen Standpunktes in das Feld des mythischen und religiösen Denkens" bezeichnet, analysiere der Autor unter anderem den Mesmerismus und Spiritismus des neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhunderts. Hausers Konzeption erschließe dergleichen Phänomene - wie auch die "völkischen und rassistischen Theoreme" des Nationalsozialismus - nicht länger als bloßen "Rückfall in archaisches Denken", sondern als "'empiristische' Religiosität", die mit dem modernen Wissenschaftsglauben verbunden sei, würdigt Breuer. Als einziges Manko dieses "ungemein reichhaltigen und anregenden" Buches kritisiert der Rezensent eine unglückliche Gewichtung der empirischen Untersuchungen, die dem "philosophischen und literarischen Mainstream" der in den Blick genommenen Zeit zu wenig Raum gewähre.

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Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

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19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

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12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

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