Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Linda Maria Koldau

Frauen - Musik - Kultur

Ein Handbuch zum deutschen Sprachgebiet der Frühen Neuzeit

Cover: Frauen - Musik - Kultur

Böhlau Verlag, Wien 2005
ISBN-10 3412245054
ISBN-13 9783412245054
Gebunden, 1189 Seiten, 110,00 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Seit die historische Frauenforschung begonnen hat, nach der Rolle der Frau in der Gesellschaft zu fragen, ist unser gewohntes Bild der Vergangenheit ins Wanken geraten. Auch in der Musikgeschichte öffnen sich bei eingehender Betrachtung neue Perspektiven. Nur auf den ersten Blick erscheint das deutsche Musikleben der Frühen Neuzeit als eine rein männliche Kultur. Im professionellen Musikleben, den Hofkapellen, Kirchen und Stadtpfeifereien, traten Frauen nicht auf. Doch boten sich ihnen in vielen Lebensbereichen des Adels, des Bürgertums und der Ordenswelt zahlreiche Gelegenheiten zu musizieren und das Musikleben ihrer Zeit zu beeinflussen.
Diese fast vollkommen verborgene Kultur weiblichen Musizierens wird mit dem vorliegenden Handbuch in ihrer gesamten Bandbreite aufgedeckt. Anhand primär außermusikalischer Quellen werden die vielfältigen Funktionen gezeigt, in denen Frauen an der Musikkultur der Renaissance und des Barock teilhatten: als Mäzeninnen und Impulsgeberinnen, Vermittlerinnen und Sammlerinnen, als (professionelle und private) Sängerinnen und Instrumentalistinnen und - äußerst selten - auch als Komponistinnen. Allgemeine Darstellungen wechseln sich dabei mit biografischen Skizzen ab, in denen das musikalische Wirken heute vergessener Frauen rekonstruiert wird.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.08.2006

Höchst verdienstvoll erscheint Gerhard R. Koch diese umfangreiche Studie über Frauen in der Musikgeschichte, insbesondere in der Renaissance und im Barock, die Linda Maria Koldau vorgelegt hat. Beeindruckend findet er nicht nur die Materialfülle des Werks, sondern vor allem den "subkutanen Blick" der Autorin, der hinter den Fassaden eine Mannigfaltigkeit femininen musikalischen Wirkens zu Tage fördert. Ausführlich berichtet er über musizierende Frauen in Klöstern, an den Höfen und in den Patrizierhaushalten, wo Musikalität in hohem Ansehen stand. Koch sieht in dem Werk mehr als nur ein bedeutendes Dokument der Frauenforschung - zumal die Autorin die Situation der Musikerinnen im Zusammenhang der Epochenströmungen darstellt. So kann er den Band jedem uneingeschränkt empfehlen, der sich für Kultur-, Kirchen- und Musikgeschichte interessiert.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.07.2006

"So spannend wie enttäuschend" findet  Rezensentin Verena Naegele dieses über tausend Seiten fassende Handbuch, das sich mit dem vielfältigen, jedoch nur selten kompositorischen musikalischen Schaffen von Frauen im deutschsprachigen Raum der Frühen Neuzeit beschäftigt. Zwar sorgt die Autorin Linda Maria Koldau für einen ersten Überblick, gliedert die von ihr gesammelten Fakten auf transparente Weise und liefert zahlreiche Hinweise zu möglichen, weiteren Forschungsarbeiten, so Naegele, doch insgesamt bleibe sie zu oft bei der "Aufzählung von Fakten" stehen und gewinne aus ihnen keine neuen genderspezifischen Erkenntnisse. Sehr interessant findet die Rezensentin hingegen eine These Koldaus, wonach die Tatsache, dass Frauen das musikalische Leben am Hofe organisierten, dazu führte, dass das politische Heiratskalkül der europäischen Königshäuser weitreichende musikhistorische Konsequenzen hatte. 

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren