Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Matthias hat viele Beziehungen. Und er hasst es, wenn Frauen ihm widersprechen. Als er eines Tages im Lainzer Tiergarten eine Frau, die sich umbringen wollte, rettet, beginnt eine weitere, geheimnisvolle Affäre. Zur gleichen Zeit bekommen Emma Novak und Mick Hammerl, Privatdetektive, einen ungewöhnlichen Auftrag: Sie sollen den Sohn von Greta Mautner finden, den diese einst nach der Geburt zur Adoption freigegeben hatte. Routine, denken sie, bis wieder eine Frau gefunden wird, jetzt aber wirklich tot.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.07.2007
Matthias Karner ist der Name des Protagonisten und Ich-Erzählers von Lilian Faschingers Roman - und er ist ein Unsympath vor dem Herrn. Daran lässt die Autorin keinen Zweifel, die hier, betont die Rezensentin Daniela Strigl, ihren "herrlich bösen Blick" auf Wien und die Wiener ein weiteres Mal bewahrt. Sein Geld verdient Karner als Gigolo, genauere Angaben zum Fortgang der Handlung macht die Rezensentin aber nicht. Dafür macht sie mit weiteren Figuren bekannt, darunter einem Detektivpärchen, dessen männliche Hälfte ein heftiges Allergieproblem hat. Und keinen Zweifel lässt Strigl daran, dass sie den Roman sehr genossen hat, weil sie nicht nur das bösartige Porträt treffend findet, sondern das ganze auch noch "glänzend geschrieben".
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.05.2007
Die Kunst komme in dieser österreichischen Variante nicht allein vom Können, denn das Böse sei die eigentliche Muse dieses Wien-Romans. Auch ohne Freud, analysiert Rezensent Paul Jandl, entfalte die Autorin "wahrheitsgemäß und aufs Schönste erfunden" die Kriminalgeschichte um einen verschwundenen Gigolo Wiener Abart und eine ihn suchende Detektei gleicher Provenienz. Die Stadt Wien als Ort der Recherche werde dabei topografisch exakt benannt, gewissermaßen als Geschmacksverstärker. Alles was der Autorin in dieser Stadt an 'Kulturen' begegne, werde mit "virtuoser Häme" analysiert, einschließlich der naturgemäß abgründigen Familie des verschwundenen Gigolo. Hier setzt der Rezensent ein Ausrufungszeichen, um den Wiener "Witz" dieser Analysekonstellation nicht zu verschenken. Entdeckt werde von der Detektei die Geschichte von der einzigen Liebe im Leben des Gigolo, einer nackten Blassen, die er gleich zu Beginn des Romans vorm Selbstmord rette. Und Liebe, daran lässt Paul Jandl keinen Zweifel, bedeute hier wie bei Horvath "unerbittlich" das Böse. Wenn mit Lilian Faschinger nicht gelegentlich der satirische Gaul durchgehen würde, wäre das Glück des Rezensenten heillos.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 25.04.2007
Barbara von Becker hat sich bei Lilian Faschingers "Stadt der Verlierer" köstlich amüsiert und sie preist den Roman, der sich unter der Lektüre als Psychothriller entpuppt, als höchst unterhaltsam und fesselnd. Im Mittelpunkt steht der Gigolo Matthias Karner, der einer schönen Selbstmörderin das Leben rettet, von seiner leiblichen Mutter durch ein Detektivbüro gesucht und gefunden wird und der eine nach und nach hervortretende kriminelle Energie entwickelt. Besonders hingerissen ist die Rezensentin vom äußerst skurrilen Personal des in Wien spielenden Buches und von dem Geflecht aus Andeutungen und Zweifeln, die stetig die Spannung der Lektüre erhöhen. Wenn Becker auch die Psychologie des Helden am Ende etwas zu schlicht erscheint und findet, dass Faschinger damit nicht an die Highsmith'sche Qualität heranreicht, so lässt sie doch keinen Zweifel daran, dass sie an diesem Buch große Freude hatte.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.04.2007
Lilian Faschinger habe wieder einmal ein starkes Stück vorgelegt, sprachlich "ruppig" und inhaltlich so frauenfeindlich, wie es selten von einer Frau zu lesen sei. Einfach bärenstark, zieht Rezensentin Meike Fessmann den Hut. Mit gleich zwei Erzählern, einem neutralen Er- und dem Ich-Erzähler werde die Geschichte des Adoptivsohnes Matthias erzählt, der dank früher Verführungen und Missbrauchserfahrungen zu einem ausgewachsenen Frauenfeind von nun dreißig Jahren herangewachsen sei. In zahllosen Liaisons mit einem "Potpurri verkrachter Existenzen" drehe Matthias aber gewissermaßen den Spieß um, bis eines Tages gleichzeitig mit der großen Leidenschaft auch seine leibliche Mutter auftauche. Das alles, so die Rezensentin, sei wunderbar spannend und plausibel erzählt, ohne unnötige Psychologisiererei. Lilian Faschinger sei einfach "wunderbar verrückt" und ihr Buch en passant auch ein angemessenes Wien-Porträt, voller Hass und voller Liebe.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Theodor W. Adorno: Philosophie und Soziologie (1960)
Herausgegeben von Dirk Braunstein. Die Vorlesung über "Philosophie und Soziologie" aus dem Sommersemester ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen








