Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Lieve Joris

Die Sängerin von Sansibar

Reiseberichte aus einer magischen Welt

Cover: Die Sängerin von Sansibar

Malik Verlag, München 2000
ISBN-10 3890291481
ISBN-13 9783890291482
Gebunden, 217 Seiten, 18,41 EUR

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Klappentext

Aus dem Niederländischen von Maurus Pacher. Lieve Joris entführt in ihren Reiseerzählungen an magische Orte wie Sansibar, Senegal und Ägypten. Im Mittelpunkt stehen dabei die Menschen mit ihren besonderen Lebensgeschichten: Anna, die Missionsschwester, die ihre belgische Heimat seit über fünfzig Jahren nicht mehr gesehen hat, die Zweitfrau Nagla, die immer froh ist, wenn ihr Mann bei der anderen ist, aber auch der Schriftsteller V. S. Naipaul, mit dem Lieve Joris durch Trinidad reist. Und natürlich Aziza, die Sängerin von Sansibar, die von der Trauer über den Tod ihres Mannes überwältigt, von Freundinnen mit der Mitteilung getröstet wird, dass er ein notorischer Ehebrecher war.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.09.2000

Christiane Schott hat in den Reiseberichten von Lieve Joris viel Gutes entdeckt, weist aber auch auf Schwachstellen hin. Die sechs Texte, die zwischen 1987 und 1991 entstanden, findet ise immer noch lesenswert, auch wenn sie schon "etwas Patina" angesetzt haben. Durch Joris` Methode, langfristige Entwicklungen anhand von individuellen Schicksalen zu verfolgen, entstehen einfühlsame Porträts mit großem "psychologischen Gespür", lobt die Rezensentin. So stelle Joris in der titelgebenden Erzählung "Die Sängerin von Sansibar" beeindruckend ein "Stück verpfuschte Geschichte" der Gewürzinseln dar. Besonders begeistert ist die Rezensentin vom Text über Nagib Machfus. Diese Erzählung sind "herausragend" und zeigen die "zartfühlende Aufmerksamkeit der Autorin, schwärmt Schott, die den Text eine "brillante Miniatur" nennt. Gar nicht überzeugt ist sie hingegen von dem Porträt V. S. Naipauls. Sie findet ihn "schwammig". Zudem ist er sprachlich misslungen und weist syntaktische Mängel auf, moniert die Rezensentin. Sie weist auf "Stilblüten" hin, die ein aufmerksames Lektorat hätte vermeiden helfen können und vermisst an dem Text den "Feinschliff".

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.07.2000

Mit leiser Anerkennung bespricht Hermann Wallmann diese kleine Sammlung der zwischen 1988 und 1991 entstandenen Prosatexte, bei denen ihm vor allem die "Feinfühligkeit" der Autorin und "ihr Verzicht auf Rhetorik" auffällt. Mehrmals betont Wallmann die eigene Zurücknahme der Autorin, ihre "hellwache Geduld - das Gespür für den rechten Augenblick". Dies betreffe ihre Porträts von V. S. Naipaul und Nagib Machfus genauso wie die Geschichten über eine Sängerin auf Sansibar oder über einen Journalisten während des Golfkrieges. Bezeichnend findet Wallmann die Äußerung der Autorin, dass Machfus ihr erscheint wir jemand, `der sich hinter die Mauern seiner Festung zurückzog, wo er sich allmählich in seinen eigenen Schatten verwandelte`. Genau dies - so vermutet der Rezensent - scheine Lieve Joris selbst "vorzuschweben".

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren