Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aktualisiert und kommentiert von Lawrence Bush. Übersetzung aus dem Englischen sowie deutsche Bearbeitung von Lutz W. Wolff. Illustrationen von R. O. Blechmann. Was chuzpe, koscher, meschugge und zores heißt, wissen Sie sicher. Einen bagel, gefilte fisch, ein kichel, latkes oder lox haben Sie vielleicht auch schon gegessen. Aber wissen Sie, was das alles mit der Tora, dem Talmud und dem jüdischen Glauben zu tun hat? Jiddisch ist diejenige europäische Sprache, die dem Deutschen am nächsten steht. Wenn es heute im amerikanischen Slang hunderte von deutsch/jiddischen Lehnwörtern gibt, dann verdanken wir das nicht zuletzt den jüdischen Auswanderern, die ihre aus dem Mittelhochdeutschen stammende Sprache nach Amerika importiert haben. Leo Rosten hat Ende der sechziger Jahre ein vergnügliches Hausbuch geschaffen, das jiddische Wörter, jüdische Geschichte, Folklore und Witze mit einer zwanglosen Einführung in die Grundelemente des Judaismus verbindet und uns auf diese angenehme Weise mit einer Welt vertraut macht, die uns fast verloren gegangen wäre.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.03.2003
Endlich, freut sich Thomas Meyer, gibt es dieses Buch auf Deutsch; denn bereits 1968 erschien Leo Rostens Einführung in die jiddische Sprache, die im Mittelalter entstand, als Idiom des Alltags das Hebräische ergänzte und im 19. Jahrhundert nach Amerika kam, wo es noch vor dem Zweiten Weltkrieg von elf Millionen Menschen gesprochen wurde. Rosen wurde zunächst durch seine "melancholisch-heiteren Romane aus der amerikanisch-jiddischen Welt" bekannt, bevor er seinen Humor und "den Sprachwitz des Jiddischen" mit großem Erfolg in eine Darstellung der Sprache selbst einbrachte, erzählt Meyer. Eine schwierige Aufgabe für jeden Übersetzer, die Lutz-W. Wolf "meisterhaft gelöst" habe. Für den Titel der deutschen Ausgabe macht Meyer ihn nicht verantwortlich, denn der sei ärgerlich - schließlich sei das Buch "nicht akademisch trocken", sondern heiße zurecht im Original "The Joys of Yiddish".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.03.2003
Als eines der "ödesten und plattesten Bücher, das es überhaupt über die jiddische Sprache gibt" verdammt Rezensentin Susanne Klingenstein Leo Rostens bereits 1968 erschienenes Buch "The Joys of Yiddish", eine alphabetisch angeordnete Liste jiddischer Wörter, die ins Amerikanische eingedrungen oder in der amerikanisch-jüdischen Kultur hängen geblieben sind. Sie wirft Rosten vor, sich in grundlegenden Erklärungen der jüdischen Kultur zu ergehen, als handle es sich hier um eine lang versunkene Zivilisation, und den Gebrauch der Wörter durch Witze zu illustrieren, "deren Banalität schwer zu übertreffen ist". Beispiele aus dem Bereich der modernen jiddischen Dichtung und Literatur, der jiddischen politischen Rhetorik und der jiddischen Sozialkritik sucht man zum Ärger der Rezensentin dagegen vergebens. Die Übersetzung und Überarbeitung für den deutschen Sprachraum von Lutz-W. Wolff findet Klingenstein zwar "sorgfältig"; auch könne der unbedarfte Leser, wenn er denn von A (adojni) bis Z (zutschepenisch) durchhalte, viele Details über die jüdische Kultur erfahren. An der jiddischen Sprache interessierten Lesern empfiehlt sie dennoch andere Bücher, etwa Maurice Samuels "In Praise of Yiddish" (1971) oder Werner Weinbergs Klassiker "Die Reste des Jüdischdeutschen" (1969).
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.01.2003
Anders als das Amerikanische, in das während des letzten Jahrhunderts mehr jiddische Wörter und Ausdrücke eingegangen sind als in jede andere Sprache, kennt das moderne Deutsch nur wenige Wörter und Ausdrücke, die aus dem Jiddischen stammen, weiß Rezensentin Stefana Sabin. Schon deswegen, erklärt Sabin, war eine Übersetzung von Leo Rostens erstmals 1968 erschienenem Jiddisch-Lexikon, einer Sammlung jiddischer Wörter und Ausdrücke, die in die amerikanische Alltagssprache eingegangen waren, nicht ganz einfach. Zur Freude der Rezensentin ist das Lexikon nun doch noch auf Deutsch erschienen, aktualisiert und kommentiert von Lawrence Buch, illustriert von R. O. Blechman, übersetzt und für eine deutschsprachige Leserschaft bearbeitet von Lutz-W. Wolff. Das Buch enthalte den jiddischen Grundwortschatz und die amerikanischen Lehnwörter aus dem Jiddischen, wobei Bedeutung und Gebrauch mit Geschichtchen, Sprichwörtern und Witzen illustriert werden. Etwas bedauerlich findet Sabin, "dass trotz der großen übersetzerischen Anstrengung der Charme mancher dieser Textmuster in der deutschen Wiedergabe verloren gegangen ist".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.11.2002
Viola Roggenkamp zeigt sich begeistert von der deutschen Erstveröffentlichung einer Enzyklopädie der "Lebens- und Überlebensgeschichten von jiddischen Wörtern", knapp 35 Jahre nach ihrem Erscheinen in den USA. Der Autor des Buchs, Leo Rosten, der 1908 in Lodz geboren wurde und in Chicago aufwuchs, verstarb vor fünf Jahren. Roggenkamp hat die Lektüre großen Spaß gemacht. Sie empfiehlt die Lektüre zudem für den nächsten Besuch in New York, der Stadt, in der das Jiddisch mehr Spuren hinterlassen hat als in Berlin. Mit diesem Büchlein im Gepäck könne man nämlich trotz schlechtem Englisch auf Premierenfeiern und Vernissagen beeindrucken. Einziger Minuspunkt des Buches ist für Roggenkamp die Übersetzung mancher Witze: zu deutsch seien sie nacherzählt und hätten dadurch ihren Witz ein wenig eingebüßt.
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