Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Laurence Bergreen

Louis Armstrong

Ein extravagantes Leben

Cover: Louis Armstrong

Haffmans Verlag, Zürich 2000
ISBN-10 3251004670
ISBN-13 9783251004676
gebunden, 640 Seiten, 20,40 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Louis Armstrong wuchs in den Straßen von New Orleans auf, landete in der Besserungsanstalt und arbeitete als Zuhälter, bevor er anfing, in den Bordellen und Nachtclubs der Stadt Trompete zu spielen. Armstrongs Talent als Musiker, Komponist und Sänger machte Furore: Seine Schallplatten, seine Tourneen durch Amerika und Europa, seine Radiosendung - die erste, die von einem Farbigen moderiert wurde - und seine Filme trugen den Jazz von New Orleans in die ganze Welt. Laurence Bergreen zeichnet hier das Leben des begnadeten Musikers und ungestümen Lebemanns nach.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.07.2000

Dass diese Biografie 1997 nach ihrem Erscheinen in den USA so sehr gelobt worden ist, kann Manfred Papst kaum nachvollziehen. Ihm erscheint das Buch als ein Text, der "entsteht, wenn Heldenverehrung und Sammlerfleiß sich mit den Stilmitteln des Trivialromans artikulieren". Zwar räumt er ein, dass ein Biograf es mit Louis Armstrong auch nicht leicht hat. Zu groß ist die Anzahl der verfügbaren Quellen und angesichts des "turbulenten Lebens" des Musikers gibt er zu, dass viel Geschick dazu gehört, dies auf eine sinnvolle Weise in einer Biografie darzustellen. Dass Bergreen ausgiebig Archive durchforstet und auch zahlreiche Zeitzeugen befragt hat, weiß Papst durchaus zu schätzen. Er bedauert allerdings die seiner Ansicht nach "aufgedunsene, effekthascherische und hollywoodhafte" Darstellung. Man wird "buchstäblich über jede Schüssel kreolischen Reis mit roten Bohnen, jeden Joint, jeden Verdauungsvorgang einzeln orientiert", so der Rezensent. Armstrongs Musik jedoch werde nur kurz, geradezu beiläufig abgehandelt. Über "seine Kunst lernt (der Leser) so viel wie aus `Ben Hur` über die frühen Tage der Christenheit", lautet das Fazit des Rezensenten, der aber Diskografie, Filmografie, Anmerkungsapparat und Register diese Bandes durchaus für brauchbar hält.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.06.2000

Die bislang ausführlichste Biographie des Jazzmusikers Louis Armstrong liegt nun auch auf Deutsch vor, und diese Ausführlichkeit ist ihr Werner Burkhardt zufolge nicht zur Länglichkeit geraten. Der Rezensent lobt das Buch, das aufschlussreich für den Novizen und reich an kleinen überraschenden Details für den Kenner sei. Keine glatte Erfolgs-Story, die das derbe Herkunftsmilieu Armstrongs weder ausspare noch dramatisiere. Nebenbei zeichne der Autor lebendige Porträts wichtiger Weggenossen Armstrongs wie etwa von Bix Beiderbecke, Bessie Smith oder Lil Hardin, Satchmos zweiter Frau. Auch den umfangreichen Apparat findet Burkhardt nützlich; er bedauert einzig, dass der Autor nicht den Mut gehabt hat, sich der kräftigen Ausdrucksweise zu bedienen, die er an Armstrong so bewundert.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren