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Klappentext
Földényis Buch ist keine Monographie, eher eine Kleist-Enzyklopädie. Es ist ein Quasi-Wörterbuch, ein Kaleidoskop psychologischer, literarischer, philosophischer Themen zum Werk und der Person Kleists. Das Buch besteht aus fast 100 Essays in alphabetischer Reihenfolge: knapp 100 Wörtern Kleists - fängt mit "Ach!" An und endet mit "Zufall".
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.12.1999
Eine dickleibige Enzyklopädie Kleistscher Wörter "von Ach! bis Zufall" hat der ungarische Autor geschrieben und damit dem einzelnen Wort das Gewicht zurückgegeben, das es bei Kleist hat, schreibt Fritz Göttler. Er rückt dem mächtigen Werk mit Überlegungen zur Position der ungarischen Literatur zu Leibe und versucht, das Motiv des Autors im "trotzigen Schweigen" der Ungarn in der Weltliteratur zu finden. Dass Földényi das einzelne Wort "strapaziert bis zum Exzess" lässt sein nach der Barthesschen Methode ("Elemente einer Sprache der Liebe") geschriebenes Buch zum Exempel für einen "strukturalistischen Kleist" werden, findet Göttler. Bei aller Faszination sieht er sich jedoch durch die Gewaltsamkeit der Assoziationen manchmal zur Distanz genötigt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.1999
Der Band des ungarischen Essayisten und Kleist-Herausgebers stößt bei Lothar Müller auf eine Art erheiterte Ehrfurcht. Beeindruckt ist er von der düsteren Wucht von Földenyis Gedankensplitter, die er - ähnlich wie Roland Barthes es in einigen Büchern getan hat - alphabetisch anordnet. Dabei, so Müller, vermeide der Autor die ideengeschichtlich gewissermaßen zu erwartenden Vokabeln. Es gibt kein Stichwort "Selbstbewusstsein", aber dafür eines zu "Ohnmacht", "Gedankenstrich" oder "Um den Hals fallen". Auf das Stichwort "Gebrechlichkeit" werde zwar an einer Stelle verwiesen, aber wenn man das Buch an der entsprchenden Stelle aufschlägt fehlt es. Wie auch immer: Lexikalische Informationen dürfe man zu diesen Stichwörtern nicht erwarten, dafür aber Kommentare mit "suggestivem Sog". Ein wenig erheitert reagiert Müller, weil Földenyi einzig Kleist gelten lasse und all seine Zeitgenossen behandele, als seien sie fade Gipsbüsten vom Ende des 19. Jahrhunderts.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.10.1999
"So ein Kleist-Buch, mein Seel, habe ich zeit meines Lebens nicht gesehen``, jubelt Hermann Wallmann über Földényis "Wörter-Buch``, in dem der ungarische Autor an Kleistschen Begriffen von "Ach`` über "Begierde``, "Entsetzen``, "Schweinekoben`` bis "Zufall`` essayistische Miniaturen vorlegt. Allein, Wallmann macht es - wie wohl auch Földényi - den Lesern nicht leicht. Seine Rezension ist äußerst kompliziert, wobei man nie den Eindruck bekommt, Wallmann wolle besonders gelehrt erscheinen. Er versucht vielmehr, die "überbordende Komplexität`` dieses "destruktiven Wörter-Buchs`` zu durchdringen. Was ist das also für ein Buch, fragt Wallmann: "Ein essayistisches Kaleidoskop oder ein Mobile aus zentripedalen Lesefrüchten, eine ausschweifende Enzyklopädie oder ein Essaygedicht in freien Versen``? Es ist das, was es selbst Kleists Literatur bescheinigt. Ein Buch, das auf schrecklicher Gegensätzlichkeit und Spannung beruht, meint Wallmann, ein Buch, das zeigt, dass "die Welt um so fester ist``, je mehr ihre Figuren die "Zerbrechlichkeit und Hinfälligkeit durchleiden``.
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