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Kristof Dascher
Warum sind Hauptstädte so groß?
Eine ökonomische Interpretation und ein Beitrag zur Geografie der Politik
Klappentext
Mit dem Umzug von Bundestag und Bundesregierung an die Spree ist Berlin endgültig Hauptstadt. Jetzt würden wir gerne mehr über die regionalpolitischen Folgen dieser Hauptstadtrolle wissen: Wird diese Rolle Berlin zugute kommen? Und wird ihr Verlust Bonn schaden? Die Versuchung ist groß, einen Blick auf andere Staaten zu werfen. Er zeigt, dass Hauptstädte in der Regel die größte Stadt ihres Landes sind - prominenten Ausnahmen wie etwa Ankara und Brasilia zum Trotz. Sollen wir also die Dominanz der Hauptstadt im nationalen Städtesystem als einen mittelbaren Hinweis auf positive Impulse der Hauptstadtrolle verstehen?
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.05.2000
Es gibt einfache Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt. "Warum sind Hauptstädte so groß?" ist so eine Frage. Eben dieser Frage geht Kristof Dascher in seiner nun vorliegenden Dissertation laut Rezensent Ernst Horst nach. Wie Horst referiert, gibt es für den Sachverhalt, dass die Hauptstadt eines Landes zumeist dessen größte Stadt und in der Regel mehr als doppelt so groß wie die zweitgrößte, zwei plausible Erklärungen: erstens die "Lokomotivthese": Danach wächst die Hauptstadt schneller als andere Städte im Land und ist deshalb nach einiger Zeit die größte, selbst wenn sie vielleicht mit nicht viel mehr als einer Würstchenbude angefangen hat. Zweitens die "Krönungsthese": Die größten Städte ziehen die Hauptstadtrolle erfolgreich an sich. Wobei sich, so Horst, beide Szenarien natürlich nicht ausschließen. Ausgehend von diesen beiden Modellen kommt Dascher nach Auskunft des Rezensenten zu einer Reihe von Antworten auf seine Eingangsfrage. Anhand der "Lokomotivthese" zeige Dascher, dass sich eine Hauptstadt langfristig auf die Produktion von Hauptstadtgut spezialisieren werde, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Einkommensteuersatz und der Hauptstadtgröße gebe, und dass ein neu erworbener Hauptstadtstatus einen positiven Einfluss auf das Bevölkerungswachstum habe. Hinter diesen Prognosen sieht Horst zwar "stark idealisierte Annahmen", die Dascher im empirischen Teil seiner Arbeit allerdings zum Teil belegen könne. Fazit des Rezensenten: Herauszufinden, dass es auf eine einfache Frage keine einfache Antworte gibt, könne "auch sehr verdienstvoll sein".
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