Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Kristof Dascher

Warum sind Hauptstädte so groß?

Eine ökonomische Interpretation und ein Beitrag zur Geografie der Politik

Cover: Warum sind Hauptstädte so groß?

Duncker und Humblot Verlag, Berlin 2000
ISBN-10 3428098056
ISBN-13 9783428098057
Kartoniert, 202 Seiten, 52,00 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Mit dem Umzug von Bundestag und Bundesregierung an die Spree ist Berlin endgültig Hauptstadt. Jetzt würden wir gerne mehr über die regionalpolitischen Folgen dieser Hauptstadtrolle wissen: Wird diese Rolle Berlin zugute kommen? Und wird ihr Verlust Bonn schaden? Die Versuchung ist groß, einen Blick auf andere Staaten zu werfen. Er zeigt, dass Hauptstädte in der Regel die größte Stadt ihres Landes sind - prominenten Ausnahmen wie etwa Ankara und Brasilia zum Trotz. Sollen wir also die Dominanz der Hauptstadt im nationalen Städtesystem als einen mittelbaren Hinweis auf positive Impulse der Hauptstadtrolle verstehen?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.05.2000

Es gibt einfache Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt. "Warum sind Hauptstädte so groß?" ist so eine Frage. Eben dieser Frage geht Kristof Dascher in seiner nun vorliegenden Dissertation laut Rezensent Ernst Horst nach. Wie Horst referiert, gibt es für den Sachverhalt, dass die Hauptstadt eines Landes zumeist dessen größte Stadt und in der Regel mehr als doppelt so groß wie die zweitgrößte, zwei plausible Erklärungen: erstens die "Lokomotivthese": Danach wächst die Hauptstadt schneller als andere Städte im Land und ist deshalb nach einiger Zeit die größte, selbst wenn sie vielleicht mit nicht viel mehr als einer Würstchenbude angefangen hat. Zweitens die "Krönungsthese": Die größten Städte ziehen die Hauptstadtrolle erfolgreich an sich. Wobei sich, so Horst, beide Szenarien natürlich nicht ausschließen. Ausgehend von diesen beiden Modellen kommt Dascher nach Auskunft des Rezensenten zu einer Reihe von Antworten auf seine Eingangsfrage. Anhand der "Lokomotivthese" zeige Dascher, dass sich eine Hauptstadt langfristig auf die Produktion von Hauptstadtgut spezialisieren werde, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Einkommensteuersatz und der Hauptstadtgröße gebe, und dass ein neu erworbener Hauptstadtstatus einen positiven Einfluss auf das Bevölkerungswachstum habe. Hinter diesen Prognosen sieht Horst zwar "stark idealisierte Annahmen", die Dascher im empirischen Teil seiner Arbeit allerdings zum Teil belegen könne. Fazit des Rezensenten: Herauszufinden, dass es auf eine einfache Frage keine einfache Antworte gibt, könne "auch sehr verdienstvoll sein".

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren