Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Klaus Schroeder

Rechtsextremismus und Jugendgewalt in Deutschland

Ein Ost-West-Vergleich.

Cover: Rechtsextremismus und Jugendgewalt in Deutschland

Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2003
ISBN-10 3506717510
ISBN-13 9783506717511
Gebunden, 617 Seiten, 48,00 EUR

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Klappentext

Unter Mitarbeit von Steffen Alisch, Susanne Bressan, Monika Deutz-Schroeder und Uwe Hillmer. Das vereinte Deutschland erlebte in den letzten 13 Jahren mehrere rechtsextremistisch und antizivil motivierte Gewaltwellen. Darüber hinaus sympathisiert ein bisher allerdings eher kleiner Teil der Bevölkerung mit rechtsextremistischen Ideen. Angesichts der historischen Erfahrung mit dem mörderischen nationalsozialistischen System existiert in Deutschland zurecht eine besondere Sensibilität im Umgang mit diesem Thema. Allerdings besteht gerade deshalb die Gefahr, dass inder wissenschaftlichen und öffentlichen Diskussion die Problematik entweder verharmlost oder dramatisiert wird. Ausgehend von einer handbuchartigen Darstellung und Kritik der wichtigsten empirischen Untersuchungen und theoretischen Erklärungsansätze zu Rechtsextremismus und Jugendgewalt hat das Autorenteam vor dem Hintergrund der historischen Entwicklungslinien im geteilten und vereinten Deutschland in vier Kleinstädten in Niedersachsen, Brandenburg, Bayern und Thüringen eine umfangreiche standardisierte Befragung und gleichzeitig eine Vielzahl von Interviews mit Jugendlichen, Politikern, Sozialarbeitern und Jugendhelfern durchgeführt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.09.2004

Einigermaßen beeindruckt zeigt sich Eckhard Jesse von dieser umfangreichen Studie zu einem aktuellen Thema. Mit einem der gängigen Vorurteile räume der Band freilich gleich auf: eine signifikant größere Neigung zum Rechtsextremismus unter Jugendlichen lasse sich im Osten Deutschlands nicht feststellen. Untersuchungen, die anderes zu belegen scheinen, werden im vorliegenden Band, so jedenfalls der Rezensent, in "beeindruckender" Weise in Frage gestellt. Warum allerdings eine Testbehauptung wie "Wenn Arbeitsplätze knapp werden, sollte man die Ausländer wieder in ihre Heimat zurückschicken" nicht als Umfrage-Indikator für Rechtsextremismus taugen soll, bleibt unerläutert. Interessant allemal die vom Wissenschaftler-Team um Herausgeber Schroeder erbrachten Ergebnisse: Als sehr viel weiter verbreitet denn wirklicher Extremismus erweisen sich Mangel an Toleranz und Indifferenz gegenüber der Demokratie. Und dies, überraschend genug, im Norden Deutschlands deutlich stärker als im Süden. Der Rezensent hält diese Studie offensichtlich für wichtig, kritisiert nur, dass sie mit "Tabellen und Grafiken überfrachtet" ist.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.07.2004

Rezensent Harald Bergsdorf ist sehr angetan von dieser Studie. Autor Klaus Schroeder habe versucht, den Begriff Rechtsextremismus präziser zu fassen als das gemeinhin üblich sei. So unterscheide er strikt zwischen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Nach einer "ausführlichen Kritik" an "suggestiven" Befragungen habe Schroeder dann einen eigenen Fragebogen zusammengestellt, den er 1.000 Jugendlichen in vier Kleinstädten - "je zwei im Osten und Westen beziehungsweise Norden und Süden" - vorgelegt habe. Das Ergebnis findet unser Rezensent besorgniserregend: Fünfzig Prozent der Befragten seien nicht immun gegen rechtsextremes Denken. Trotz "diverser Wiederholungen" überzeugt die Studie den Rezensenten "durch methodische Seriosität und abgewogene Analyse, jenseits von Dramatisierungen und Verharmlosung".

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren