Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Klaus Richter

Friedrich Barbarossa hält Gericht

Zur Konfliktbewältigung im zwölften Jahrhundert. Konflikt, Verbrechen und Sanktion in der Gesellschaft Alteuropas. Band 2.

Böhlau Verlag, Köln 1999
ISBN-10 3412068993
ISBN-13 9783412068998
Broschiert, 227 Seiten, 39,88 EUR

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Klappentext

Anhand der Gesta Frederici Ottos von Freising und Rahewins erörtert Klaus Richter verschiedene Fragen und Probleme des öffentlichen Strafrechts unter Kaiser Friedrich Barbarossa. Der zeitliche Fokus liegt dabei auf den ersten Regierungsjahren zwischen 1150 und 1160. Die Studie stellt an konkreten Fallbeispielen wichtige Rechtsstreitigkeiten vor und zeigt, wie diese durch Friedrich Barbarossa beigelegt wurden. Der Nutzen der Arbeit liegt nicht nur darin, dass sie wichtige Einblicke in die mögliche Strafrechtswirklichkeit des 12. Jahrhunderts vermittelt. Auch der Aspekt der Herausbildung modernen Staatlichkeit wird von ihr nicht unwesentlich berührt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.05.2000

Michael Borgolte hat einiges an diesem Buch auszusetzen, doch veranschaulicht er in seiner faszinierenden Rezension das Thema so gut, dass er den Leser doch neugierig macht. Es geht um die Frage, wann die Buße, mit der noch im Frühmittelalter Parteien ihre Fehden als Gleiche beendet haben, durch die Strafe ersetzt wurde, bei der eine Sanktion von der Obrigkeit verhängt wurde, also von einer Stelle, die nicht Partei ist. Richter setzt den Moment dieses Wandels mit einer Entscheidung Friedrich Barbarossas beim einem Streit an, der 1155 beim Reichstag in Worms verhandelt wurde, erklärt Borgolte und meint, dass auch einiges dafür spricht - nur nicht die Methode, mit der Richter vorgeht. Es gibt zwei mittelalterliche Chronisten, die diese Geschichte beschreiben. Der eine stellt sie als Buße dar, der andere als Strafe. Richter nun verhalte sich wie ein "moderner Richter", kritisiert Borgolte. Er habe die Aussagen wie ein Jurist abgewogen und sich dann dafür entschieden, dass Letzterer die Sache richtig beschreibt. Dagegen hält Borgolte, dass chronikalische Überlieferungen nicht einfach die Wahrheit oder Unwahrheit sagen. Wichtig sei vielmehr, dass sich der eine Chronist Strafe bereits als Möglichkeit vorstellen konnte: "Nicht die sogenannte historische Wirklichkeit wäre also der Fluchtpunkt historischer Erkenntnis, sondern deren Spiegelung im Bewusstsein der Autoren."

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren