Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Seit es eine Tradition der literarischen Übersetzung gibt, gibt es auch einen Streit darüber, wie übersetzt werden soll. Geht es um den "Geist der Sprache" oder um die so genannte Wortwörtlichkeit? Soll man ein fremdes Werk in der eigenen Sprache neu schreiben, oder soll man seine Fremdheit erhalten? Der Übersetzer Klaus Reichert zeigt in seinem mit vielen Beispielen angereicherten Buch, dass jeder Text nach seiner eigenen Theorie und Methode verlangt.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.01.2004
Was das literarische Übersetzen angeht, vertritt Klaus Reichert laut Rezensentin Angela Schader eine "eher unorthodoxe Position". In seinen im Laufe der letzten 25 Jahre entstandenen und im vorliegenden Band versammelten Essays zeichne sich die Forderung nach einer Übertragung ab, die "das Fremde des Originals auf sprachlicher Ebene spürbar macht". Diese "widerständige" und gerade eben nicht "flüssige" Übertragung, die bei Reichert "Assimilation" heiße, werde von der in der Praxis gängigen "Appropriation", der Unkenntlichmachung des Fremden unterschieden. An zwei Texten, so Schader, verdeutlicht Reichert dieses begriffliche Gegensatzpaar: an der Bibel und der deutschen Shakespeare-Rezeption. Besonders die Beschäftigung mit der Bibelübersetzung von Franz Rosenzweig und Martin Buber, die sich in ihrer deutschen Fassung ganz eng am hebräischen Original orientieren, findet die Rezensentin sehr aufschlussreich.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 27.03.2003
Klaus Reichert gibt zunächst einen historischen Überblick über die Übersetzungstechnik, informiert Rezensentin Christine Pries. So waren vor dem 18. Jahrhundert nur freie Nachdichtungen üblich und wurden erst mit Luthers Bibelübersetzung durch den Versuch einer kompletten Integration des Fremden in die eigene Sprache abgelöst, erläutert sie. Erst später bemühte man sich um den Erhalt des Fremden als Eigenwert. Pries weist darauf hin, dass es Reichert dabei besonders um die politische Dimension gehe. Er betone die "literarische Entwickeltheit" des Übersetzers als unabdingbare Vorraussetzung seiner anspruchsvollen und komplexen Aufgabe, bei der dieser zum einen selbst Dichter werde, zum anderen aber auch Handwerker bleibe, fasst Pries Reicherts hohen Anspruch an die Übersetzungsarbeit zusammen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.03.2003
Eine detailversessene Zitatencollage von selten komplexem Reichtum haben diese Essays aus vierzig Jahren zum Thema Übersetzen vor Rezensent und Übersetzer Joachim Kalka ausgebreitet. In ihren Praxisbeispielen und theoretischen Apercus sieht er sie außerdem "unmerklich hinüberleiten" in die großen Fragen der Literatur überhaupt. Auf eine systematische theoretische Position verzichte der Autor zwar ausdrücklich, doch stellt sie sich für den Rezensenten dennoch "durch die beharrliche Akkumulation beweiskräftiger Details" her. Als einen der wichtigsten Texte des Bandes bewertet Kalka einen hier erstmals abgedruckten Vortrag des "Joyceaners Reichert" über den "Silberblick für das Detail in der Geschichte des Übersetzens". Als andere, "deutliche Schwerpunkte" nennt der Rezensent "Shakespeare, die Bibel und Beckett, nicht zu vergessen natürlich Janes Joyce. Vor allem in den Reflexionen "Zur Technik des Übersetzens" könne man als Leser in Reicherts übersetzerische Praxis blicken, deren Antriebskräfte auch im Credo zum Ausdruck kommen, es gelte immer wieder, "die unter dem Medusenblick der Tradition starr gewordenen Textgeschöpfe zu verflüssigen".
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Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen







