Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Mit der Haltung eines der Welt gegenüber Offenen fängt der Autor Beobachtungen und Situationen ein und läßt daraus ein eigenes Netz erwachsen, dass sich aus Verhaltenheit und Leidenschaftlichkeit zugleich speist.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.10.2000
Thomas Poiss zeigt sich in einer kurzen Rezension sehr angetan von diesem Band, und wie so oft bei Besprechungen von Lyrik untermauert er sein Lob durch zahlreiche Versbeispiele. So zeigen die Zeilen `Das kann vorkommen, sagt der Verlierer im / Vorübergehen, und der Sieger blutet aus der Nase` nach Ansicht des Rezensenten eine Umkehrung von "Kausalität und Deutung". An anderer Stelle lobt er die "skurrile Lakonik" des Autors, wenn von `Ameisenstraßen` die Rede ist, die `unter die Haut` gehen - ein Kribbeln, dass sich auch auf den Leser übertrage. Mehrfach betont Poiss die Verdichtung, Merz` Fähigkeit, vieles mit wenigen Worten zu sagen, und dies oftmals sogar spielerisch und humorvoll. Was die Prosa betrifft, so hebt Poiss "absurd-reale Vorgänge" hervor, etwa dort, wo eine Dame in einer Manet-Ausstellung vor seinem Bild `Frühstück im Grünen` im mitgebrachten Klappstuhl einen Imbiss zu sich nimmt.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.04.2000
In diesen Texten meistert Merz die Kunst der Kurzprosa mit "Charme und Witz" und liefert Gedichte voll "poetischer Wachheit", lobt Samuel Moser. Nur selten erliege der Autor den Schwierigkeiten literarischer Miniaturen, die eine "Gradwanderung nur für Geübte" darstelle, denn es heiße allzu Gewolltes genauso wie Beliebigkeit zu vermeiden. Moser rühmt die "strenge Notwendigkeit", mit der die Texte aufgebaut seien und delektiert sich sowohl an der Selbstironie als auch an dem Humor des Autors. Sie seien frei von "Verkrampfung" und sprengten "leicht und gewaltlos" die formalen Grenzen, die sich der Autor selbst gesetzt hat.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 01.04.2000
Kathrin Hillgrubers Urteil ist zwiespältig. Sie findet überraschend viel Biederes in diesem Band, der sich, wie sie mit Bedauern feststellt, viel zu häufig durch "manifeste Beschaulichkeit" auszeichne. Merz` Aphorismen hätten zwar in vielen Fällen eine - im positiven Sinne - irritierende Wirkung. Spürbar genervt ist sie jedoch von der recht sorglosen Verwendung uralter Klischees ("zwanghaft in Schwarz gekleidete Verleger" etc.) und der Tatsache, dass die Bewunderung für Günter Eich für ihren Geschmack zu deutlich durch Merz` Zeilen spricht. Diese Anlehnung an Eich findet Hillgruber völlig überflüssig, Merz habe durchaus eigene Qualitäten. Zum Beispiel zeige sich dies bei der "Vermählung von Surrealem und Sinnlichen" wie bei der Geschichte, in der ein Karpfen von einem Auto an einem Weidezaun erdrückt wird.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.03.2000
Mit der Verknappung und Verdichtung der Sprache zu winzigen, rätselhaft verschlüsselten Miniaturen und Momentaufnahmen verheddere sich Klaus Merz - "zumindest in seinen Prosastücken und einigen Aphorismen" - teilweise in seinem "Garn", schreibt Roman Bucheli über den jüngsten Prosa- und Gedichtband des Autors und ist dennoch voll Bewunderung für einzelne Stücke in seiner Sammlung. Die Verknappung und Verkürzung stößt an die Grenzen der Sprache, ihrer Ausdruckskraft, dort wo lakonische Schärfe unscharf weil undeutlich zu geraten droht. Mit dieser Haltung stehe der Autor jedoch nicht allein da, meint Bucheli, sondern begebe sich in Gesellschaft anderer Autoren von Uetz bis Wehrli, die alle auf unterschiedliche Weise die "Schwundstufen der Rede" probierten: "aufs Ganze gesehen nährt das den Verdacht auf Manierismus".
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