Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Mit 12 zeitgenössischen Abbildungen. Der kinderlose Hohenzollernkönig Friedrich wollte "der erste Diener des Staates" sein. Die habsburgische Kaiserin Maria Theresia, die ihr Reich sechzehn mal von ihrem Wochenbett aus regierte, verstand sich als "ihrer Länder allgemeine und erste Mutter" - zwei Prinzipien, die einander ausschlossen und doch auch aufeinander zuliefen. Das norddeutsch-protestantische und das österreichisch-katholisch-barocke Wesen standen sich in ihren Herrscherpersönlichkeiten gegenüber. Klaus Günzel macht sowohl Friedrichs Herkunft aus der glanzlosen märkischen Welt, die sich erst durch ihn zu einem Staat mauserte, als auch Maria Theresias Verwurzelung im opulenten und sinnlichen Wiener Barock sichtbar, in dem der alte Reichsgedanke noch lebendig war. Er arbeitet den Antagonismus zwischen Potsdam und Schönbrunn pointiert heraus, vergleicht die Welten der beiden Herrscherpersönlichkeiten und setzt sie zueinander in Beziehung. Dabei lässt er anhand farbiger zeitgenössischer Zeugnisse ein ganzes Jahrhundert silhouettenartig aufleben.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.07.2005
Ein Buch, das sich nicht nur an den Fachmann richtet, sondern auch den allgemein historisch Interessierten zufriedenstellen dürfte - so urteilt Hans Pleschinski über Klaus Günzels Doppelporträt von Friedrich dem Großen und Maria Theresia: "Der König und die Kaiserin". Der Rezensent lobt das Werk als "aufschlussreich", "spannend" und "gut zu lesen". Die Schicksale der Hohenzollernmonarchie und des Habsburgerreiches stellt der Autor ausgehend von den sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten der "charmant-mütterlichen" Maria Theresia und ihres "eisern-luziden Herausforderers" dar. Während Friedrich im Staat eine Maschine sah, die möglichst perfekt eingestellt und gut geölt sein musste, hatte seine Rivalin in Wien einen eher organischen Staatsbegriff. Aus dem Konflikt ihrer Systeme lernten beide Herrscher: Maria Theresia, so Pleschinski, profitierte im Hinblick auf "innenpolitische Dynamik", wohingegen Friedrich neidisch gewesen sei auf "die bunte Geschmeidigkeit der Habsburgerlande".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 19.05.2005
Von Klaus Günzel können selbst die "gelehrten Fachhistoriker" noch viel lernen, meint Rezensent Haug von Kuenheim. Das aktuelle Buch des Kulturhistorikers ist König Friedrich II. und Maria Theresia gewidmet und richtet sich nicht an Experten, sondern an den "historisch interessierten Laien". Dabei schreibt Günzel keine "anbiedernden historischen Romane", betont der Rezensent. In dem Werk über den preußischen König und die österreichische Kaierin, die sich "aufs Blutigste" bekämpften, könne er "stets alles belegen" und verleihe ihnen so eine "wissenschaftliche Substanz". Briefe und Berichte von Zeitgenossen fehlen in der "letzten großen Arbeit" Günzels ebenso wenig wie zahlreiche Anekdoten über die beiden Regenten. Ein Buch, das der Kritiker "gerne" zur Lektüre empfiehlt und das in seinen Augen ein "meisterliches Doppelporträt" darstellt.
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