Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Klaus Günzel

Der König und die Kaiserin

Friedrich II. und Maria Theresia

Cover: Der König und die Kaiserin

Droste Verlag, Düsseldorf 2005
ISBN-10 3770011651
ISBN-13 9783770011650
Gebunden, 272 Seiten, 17,95 EUR

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Klappentext

Mit 12 zeitgenössischen Abbildungen. Der kinderlose Hohenzollernkönig Friedrich wollte "der erste Diener des Staates" sein. Die habsburgische Kaiserin Maria Theresia, die ihr Reich sechzehn mal von ihrem Wochenbett aus regierte, verstand sich als "ihrer Länder allgemeine und erste Mutter" - zwei Prinzipien, die einander ausschlossen und doch auch aufeinander zuliefen. Das norddeutsch-protestantische und das österreichisch-katholisch-barocke Wesen standen sich in ihren Herrscherpersönlichkeiten gegenüber. Klaus Günzel macht sowohl Friedrichs Herkunft aus der glanzlosen märkischen Welt, die sich erst durch ihn zu einem Staat mauserte, als auch Maria Theresias Verwurzelung im opulenten und sinnlichen Wiener Barock sichtbar, in dem der alte Reichsgedanke noch lebendig war. Er arbeitet den Antagonismus zwischen Potsdam und Schönbrunn pointiert heraus, vergleicht die Welten der beiden Herrscherpersönlichkeiten und setzt sie zueinander in Beziehung. Dabei lässt er anhand farbiger zeitgenössischer Zeugnisse ein ganzes Jahrhundert silhouettenartig aufleben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.07.2005

Ein Buch, das sich nicht nur an den Fachmann richtet, sondern auch den allgemein historisch Interessierten zufriedenstellen dürfte - so urteilt Hans Pleschinski über Klaus Günzels Doppelporträt von Friedrich dem Großen und Maria Theresia: "Der König und die Kaiserin". Der Rezensent lobt das Werk als "aufschlussreich", "spannend" und "gut zu lesen". Die Schicksale der Hohenzollernmonarchie und des Habsburgerreiches stellt der Autor ausgehend von den sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten der "charmant-mütterlichen" Maria Theresia und ihres "eisern-luziden Herausforderers" dar. Während Friedrich im Staat eine Maschine sah, die möglichst perfekt eingestellt und gut geölt sein musste, hatte seine Rivalin in Wien einen eher organischen Staatsbegriff. Aus dem Konflikt ihrer Systeme lernten beide Herrscher: Maria Theresia, so Pleschinski, profitierte im Hinblick auf "innenpolitische Dynamik", wohingegen Friedrich neidisch gewesen sei auf "die bunte Geschmeidigkeit der Habsburgerlande".

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 19.05.2005

Von Klaus Günzel können selbst die "gelehrten Fachhistoriker" noch viel lernen, meint Rezensent Haug von Kuenheim. Das aktuelle Buch des Kulturhistorikers ist König Friedrich II. und Maria Theresia gewidmet und richtet sich nicht an Experten, sondern an den "historisch interessierten Laien". Dabei schreibt Günzel keine "anbiedernden historischen Romane", betont der Rezensent. In dem Werk über den preußischen König und die österreichische Kaierin, die sich "aufs Blutigste" bekämpften, könne er "stets alles belegen" und verleihe ihnen so eine "wissenschaftliche Substanz". Briefe und Berichte von Zeitgenossen fehlen in der "letzten großen Arbeit" Günzels ebenso wenig wie zahlreiche Anekdoten über die beiden Regenten. Ein Buch, das der Kritiker "gerne" zur Lektüre empfiehlt und das in seinen Augen ein "meisterliches Doppelporträt" darstellt.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren