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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Kita Morio

Das Haus Nire

Der Verfall einer Familie. Roman

Cover: Das Haus Nire

bebra Verlag, Berlin 2010
ISBN-10 386124909X
ISBN-13 9783861249092
Gebunden, 988 Seiten, 38,00 EUR

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Klappentext

Aus dem Japanischen von Otto Putz. Dieser preisgekrönte erzählt vom Aufstieg und Fall der Familie Nire und der von ihr geführten Nervenklinik. Kita Morio zeichnet das Bild eines Clans, der im Konflikt zwischen geschäftlichem Erfolg und persönlichem Lebensglück zu zerbrechen droht. Familienpatriarch Kiichiro und seine älteste Tochter setzen alles daran, ihre vermeintlich heile Welt zu retten. Als der Zweite Weltkrieg ausbricht, scheint das Schicksal des Familienimperiums endgültig besiegelt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.10.2010

Katharina Borchardt ist mit Kita Morios Roman, der den Niedergang der Familie Nire in drei Generationen schildert, nicht recht glücklich. Der japanische Autor, ein erklärter Thomas-Mann-Bewunderer, wollte in seinem 1964 erschienenen Roman an Manns Geschichte der Buddenbrooks anknüpfen, weiß die Rezensentin. Seine Familiengeschichte reicht von der aus reichem, konservativen Haus stammenden Hira und ihrem Mann, dem Gründer einer "Klinik für Gehirnpathologie", seinem Sohn und Schwiegersohn, die die Klinik weiterführen bis zu den Enkeln, denen es nach dem Trauma des Zweiten Weltkriegs nicht gelingt, die zerstörte Klinik wieder aufzubauen, fasst Borchardt zusammen. Für sie klingt das "Dekadenzvokabular", mit dem der Autor den Verfall der Nires schildert, im japanischen Kontext nicht recht überzeugend, zumal sie die Familie nicht an inneren, sondern an äußeren Entwicklungen scheitern sieht. Zudem findet die Rezensentin die minutiös eingearbeiteten Recherchen zum historischen Kontext - unter anderem breitet Morio detailliert die Psychiatriegeschichte des 20. Jahrhundert aus - ziemlich zäh zu lesen. Wenn allerdings im letzten Teil der Krieg an verschiedenen Schauplätzen zum Handlungsort wird, dann gelingt es in ihren Augen dem Autor, eindringlich und berührend die Schrecken des Krieges zu schildern.

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