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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Kishin Shinoyama

Das Haus des Malers

Balthus im Grand Chalet

Cover: Das Haus des Malers

Schirmer und Mosel Verlag, München 2000
ISBN-10 3888146186
ISBN-13 9783888146183
Gebunden, 85 Seiten, 18,41 EUR

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Klappentext

Fotografien von Kishin Shinoyama, Text von Gero von Boehm. Die Gemälde von Balthus, der wohl rätselhaftesten Figur in der Malerei des 20. Jahrhunderts, blieben lange Zeit ein Geheimtip - wie Balthus selbst, der sich hartnäckig und erfolgreich weigerte, Informationen zu seiner Person und seinem Leben preiszugeben. Vor vielen Jahren wurde der greise Meister, der im Jahr 2000 seinen 92. Geburtstag feiert, endlich sesshaft: im Grand Chalet von Rossinière, einem noblen, weiträumigen Holzhaus aus dem 18. Jahrhundert, das 1000 m hoch im Herzen des Gruyère liegt. Enge Freunde sind dort gern gesehen; der Öffentlichkeit oder gar den Medien blieb das Haus mitsamt seinen Bewohnern verschlossen. Dem japanischen Photographen Kishin Shinoyama ist es gelungen, den Bann zu brechen. Er durfte nicht nur das Grand Chalet, seine vielen Innenräume und das familiäre Leben, das sich in ihnen abspielt, photographieren, sondern erhielt sogar Zugang zum "Allerheiligsten": Balthus` Atelier, das sich in einem geräumigen Schuppen dem Grand Chalet gegenüber befindet.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.01.2001

Man erfährt schon Kurioses in dieser Rezension von Jürg Zbinden. Der Maler Balthus lebt mit seiner japanischen Frau im größten Holzhaus der Schweiz! Ein richtiges Holzschloss gar, mit über 30 Zimmern, das von einem Käsebaron im 18. Jahrhundert erbaut worden ist. Ein Haus, oder wie die Schweizer sagen, ein Chalet - in diesem Fall ein Grand-Chalet eben -, das für Zbinden eine rätselhafte Aura hat, die in den Fotografien von Shinoyama eingefangen wurde. In der Bauweise einer Kugel gleichend, die absolute Zurückgezogenheit garantiere. Die Bilder stoßen laut Zbinder von außen nach innen vor: zunächst kommen die Außenansichten des verwunschenen Holzobjekts, dann folgen eine Bilderfahrt durch die Zimmer mit ihren verblichenen Inschriften und durch den Garten. Am Ende steht eine Entdeckung: die magnetisierte Bildserie "Das Atelier" des Malers, das sich im Garten befindet. "Eine Perle", schreibt Zbinder begeistert über Shinoyamas Portraitaufnahmen des Malers, seines Ateliers und seines Modells - in keinem Buch hätte er bislang etwas so Aussagekräftiges über Balthus sowie über die Beziehung eines Malers zu seinem Modell gefunden.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.09.2000

Mit tyrannischer Delikatesse blickt schon der Maler Balthus selbst von einem Foto aus der Zeitungsseite dem eingeschüchterten Leser entgegen. Auch Kritiker "rmg? wagt kaum, seine Stimme zu erheben. In wohltemperiertem Ton stellt er dies Buch vor, dessen Bilder "Paraphrasen der hohen Kunst des Meisters? seien. An der Stimmung der Bilder, wird besonders deren Diskretion bewundert, die "makellos und glatt wie verschlossene Lackschachteln? seien. Das ganze Buch findet der Kritiker "wohlkomponiert wie eine ahnungsvolle Annäherung von fern?. Als Leser ist man fasziniert und abgestoßen zugleich und würde am liebsten sofort selbst in diesem Bildband blättern.

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