Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Mit farbigen Bildern von Philip Waechter. Verkehrte Welt! Josef Schaf möchte so gerne einen Menschen haben - als Haustier! Josef Schaf wünscht sich nichts sehnlicher als einen eigenen kleinen Menschen. Als er ihn endlich bekommt, hat er viel zu tun: Er füttert seinen Purzel, macht den Käfig sauber und geht mit ihm spazieren. Doch eines Tages entwischt ihm der Kleine und saust in den Wald. Josef wusste gar nicht, dass Menschen so schnell sein können!
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.02.2003
In der festgefügten Welt, in der Papa ewig am Hochbett baut und Mama freudig den Turnbeutel für die große Schwester näht, geht ja meist schon die Fantasie von Vierjährigen im grauen Sachleinen, um so mehr freut sich Iris Radisch über dieses Märchen, das die Haken, an denen die Welt aufgehängt ist, ein wenig lockert. Hier sind die Tiere an die Macht gekommen, alles ist friedlich, die Menschen leben in Käfigen und haben nur ab und zu Freigang. Die Bilder von Philip Waechter findet die Rezensentin "wunderbar" und hält es überhaupt für die schönste Erfahrung im Leben, dass alles ganz anders sein könnte.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.12.2002
Die meisten Kinder "mit Sinn für Hintersinn" werden das Buch für seinen Sarkasmus schätzen, meint Rezensent Hans-Joachim Neubauer. Er selbst fand es allerdings irritierend. Angesichts der "Schönheit der Illustrationen" und des "Friedens der Fiktion" ist es ihm allerdings nach eigenem Bekunden schwergefallen, das Irritierende des Buches zu benennen. Dessen Konzept sei so alt wie die Fabel als solche: "In der tierischen Gegenwelt erscheint die Wirklichkeit menschlichen Handelns im verfremdenden Licht der Analogie". Im vorliegenden Fall handelt es sich, lesen wir, um ein kleines Schaf, das sich einen "Hausmenschen" wünscht und auch bekommt. Dies "Purzel" genannte Menschlein ist dem Rezensenten zufolge tatsächlich ein kleiner Mensch und erlebt mit seinem Besitzer, Schaf Josef, ein Abenteuer, bevor beide am Ende einschlafen. Doch beim Betrachten der Idylle von Käfigputzen, Füttern und Leinehallten stellte sich beim Rezensenten Beunruhigung ein. Das spricht zwar einerseits für das Gelingen des pädagogischen Konzepts, nämlich das Thema "Haustier" für Kinder sinnfällig zu illustrieren. Doch Philip Waechters "zunächst friedlich wirkende Bilder", die für Neubauer so eindrucksvoll die "makabere Ambivalenz" der Schaf-Hausmensch-Idylle in Szene setzten, sorgten dafür, dass die Analogie jedem im Halse stecken bleibe, der echte Bilder von angebundenen und eingesperrten Menschen kenne.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.12.2002
Mit einer "simplen wie grandiosen" Grundidee hat Kirsten Boie eine Fabel voll Komik, witzigen Einfällen und einer unaufdringlichen Moral geschaffen, stellt Horst Künnemann gutgelaunt fest. Und Philip Waechter habe die Geschichte mit dem "Dreh", wo Tiere sich Haus- und Kuschelmenschen halten, kongenial illustriert, frohlockt der Rezensent und lobt dessen "realistischen, klaren Strich", seine "präzise Blendentechnik", die "klaren Schnitte" und sein abwechslungsreich gelassenes Erzähltempo. Zudem könne Waechter als "überdurchschnittlicher" Illustrator die Geschichte in seinen Bildern weiterspinnen und sie um wichtige Details bereichern. So wird aus der Kombination von lapidarer Geschichte und knappem Strich ein "Maximum an Aussagekraft" gewonnen, resümiert Künnemann, nach wie vor vergnügt.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Erhard Oeser: Das Reich des Mahdi
Mit 33 Abbildungen. 1885 erschütterte die westliche Welt die Nachricht vom Fall der Stadt Khartum und der brutalen ...
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen








