Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Kirsten Boie

Josef Schaf will auch einen Menschen

(Ab 4 Jahre)

Cover: Josef Schaf will auch einen Menschen

Friedrich Oetinger Verlag, München 2002
ISBN-10 3789163392
ISBN-13 9783789163395
Gebunden, 32 Seiten, 12,00 EUR

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Klappentext

Mit farbigen Bildern von Philip Waechter. Verkehrte Welt! Josef Schaf möchte so gerne einen Menschen haben - als Haustier! Josef Schaf wünscht sich nichts sehnlicher als einen eigenen kleinen Menschen. Als er ihn endlich bekommt, hat er viel zu tun: Er füttert seinen Purzel, macht den Käfig sauber und geht mit ihm spazieren. Doch eines Tages entwischt ihm der Kleine und saust in den Wald. Josef wusste gar nicht, dass Menschen so schnell sein können!

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.02.2003

In der festgefügten Welt, in der Papa ewig am Hochbett baut und Mama freudig den Turnbeutel für die große Schwester näht, geht ja meist schon die Fantasie von Vierjährigen im grauen Sachleinen, um so mehr freut sich Iris Radisch über dieses Märchen, das die Haken, an denen die Welt aufgehängt ist, ein wenig lockert. Hier sind die Tiere an die Macht gekommen, alles ist friedlich, die Menschen leben in Käfigen und haben nur ab und zu Freigang. Die Bilder von Philip Waechter findet die Rezensentin "wunderbar" und hält es überhaupt für die schönste Erfahrung im Leben, dass alles ganz anders sein könnte.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.12.2002

Die meisten Kinder "mit Sinn für Hintersinn" werden das Buch für seinen Sarkasmus schätzen, meint Rezensent Hans-Joachim Neubauer. Er selbst fand es allerdings irritierend. Angesichts der "Schönheit der Illustrationen" und des "Friedens der Fiktion" ist es ihm allerdings nach eigenem Bekunden schwergefallen, das Irritierende des Buches zu benennen. Dessen Konzept sei so alt wie die Fabel als solche: "In der tierischen Gegenwelt erscheint die Wirklichkeit menschlichen Handelns im verfremdenden Licht der Analogie". Im vorliegenden Fall handelt es sich, lesen wir, um ein kleines Schaf, das sich einen "Hausmenschen" wünscht und auch bekommt. Dies "Purzel" genannte Menschlein ist dem Rezensenten zufolge tatsächlich ein kleiner Mensch und erlebt mit seinem Besitzer, Schaf Josef, ein Abenteuer, bevor beide am Ende einschlafen. Doch beim Betrachten der Idylle von Käfigputzen, Füttern und Leinehallten stellte sich beim Rezensenten Beunruhigung ein. Das spricht zwar einerseits für das Gelingen des pädagogischen Konzepts, nämlich das Thema "Haustier" für Kinder sinnfällig zu illustrieren. Doch Philip Waechters "zunächst friedlich wirkende Bilder", die für Neubauer so eindrucksvoll die "makabere Ambivalenz" der Schaf-Hausmensch-Idylle in Szene setzten, sorgten dafür, dass die Analogie jedem im Halse stecken bleibe, der echte Bilder von angebundenen und eingesperrten Menschen kenne.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.12.2002

Mit einer "simplen wie grandiosen" Grundidee hat Kirsten Boie eine Fabel voll Komik, witzigen Einfällen und einer unaufdringlichen Moral geschaffen, stellt Horst Künnemann gutgelaunt fest. Und Philip Waechter habe die Geschichte mit dem "Dreh", wo Tiere sich Haus- und Kuschelmenschen halten, kongenial illustriert, frohlockt der Rezensent und lobt dessen "realistischen, klaren Strich", seine "präzise Blendentechnik", die "klaren Schnitte" und sein abwechslungsreich gelassenes Erzähltempo. Zudem könne Waechter als "überdurchschnittlicher" Illustrator die Geschichte in seinen Bildern weiterspinnen und sie um wichtige Details bereichern. So wird aus der Kombination von lapidarer Geschichte und knappem Strich ein "Maximum an Aussagekraft" gewonnen, resümiert Künnemann, nach wie vor vergnügt.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

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07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

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19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

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12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

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