Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Korruption - das einzige Prinzip, das in Russland immer und überall respektiert wird. Kerstin Holm, die seit vielen Jahren für die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus Moskau berichtet, beschreibt die russische Korruption als Wurzel aller sozialen, politischen und ökonomischen Probleme von der Zarenzeit bis heute. Eine große Reportage über die russische Gesellschaft, die zeigt, warum es Russland so schwer fällt, den Anschluss an Europa zu finden.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.10.2004
Als "beeindruckende Studie" über die allgegenwärtige Korruption in Russland lobt Rezensent Ulrich M. Schmid dieses Buch von Kerstin Holm. "Kompetent und detailliert" fülle die langjährige Kulturkorrespondentin der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" in Moskau ein "ausuferndes Sündenheft der russischen Korruption": feste Schmiertarife in der Verwaltung, bestechliche Polizisten, private Schutzzöllen und mafiose Machenschaften vor Gericht seien Alltag in Russland. Schmid bescheinigt Holm eine "zutreffende Einschätzung der gegenwärtigen Lage". In einem Punkt allerdings gibt er der Autorin nicht Recht, dass nämlich die Korruption ein russisches Naturphänomen sei. Schmid hält dagegen, dass der Russe weder von Natur aus ein korrupter Raffschlund noch ein duldnerisches Opfer ist. Als Wurzel des Übels erkennt er vielmehr die Strukturprobleme eines aufgeblähten Beamtenstaats.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.09.2004
Heiko Hänsel beurteilt das Buch der "FAZ"-Russlandkorrespondentin für Kultur, Kerstin Holm, überaus positiv. Diese habe eine "scharfsinnige Analyse" des Phänomens der Korruption in Russland vorgelegt, die ihre These bestätige, wonach die Korruption ein durch den versagenden Staat notwendiges Parallelsystem für alle Bereiche der Gesellschaft geworden sei. Vor diesem Hintergrund werde auch der Fall Chodorkowski beleuchtet, bei dem es nur rein vordergründig um den Korruptionsvorwurf gehe. Zu bemängeln sei an diesem Buch höchstens, so der Rezensent, dass gerade im Bereich des historischen Hintergrunds manches zu weit ausgeführt und zudem nicht neu sei. Nichtsdestotrotz ist er der Ansicht, dass das Phänomen der Korruption in Russland und dessen Funktionsweise und Bedeutung kaum je so anschaulich und jenseits aller Klischees behandelt worden sei wie in diesem Buch.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.09.2003
Stimmt, meint Sonja Margolina: Russland ist von Korruption durchdrungen, von den höchsten politischen und wirtschaftlichen Ebenen bis hinunter zu den Fundamenten des Gemeinwesens. Auch richtig sei, dass Ursachen dafür nicht nur in der Gegenwart gesucht werden können, sondern historisch hergeleitet werden müssen, und die FAZ-Korrespondentin Kerstin Holm sei ohne Zweifel eine hervorragende Kennerin russischer Geschichte und Kultur. Sie habe also Recht damit, die Spur der Korruption vom russischen Mittelalter bis in die Gegenwart zu verfolgen und ihre Symptome "als Wiederkehr des Immergleichen" zu interpretieren. Aber! "Korruption ist ein vielschichtiges Phänomen", schreibt Margolina. Holm offenbare eine "totalisierende" Sichtweise, bei der alles unter Korruptionsverdacht gerate, bis irgendwann die russische Kultur vor allem auf diesen Aspekt hinauszulaufen scheint. Kann es sein, fragt Margolina, "dass die Autorin Russland einfach satt hat"?
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