Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Kerstin Holm

Das korrupte Imperium

Ein russisches Panorama

Cover: Das korrupte Imperium

Carl Hanser Verlag, München 2003
ISBN-10 3446203788
ISBN-13 9783446203785
Gebunden, 264 Seiten, 17,90 EUR

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Klappentext

Korruption - das einzige Prinzip, das in Russland immer und überall respektiert wird. Kerstin Holm, die seit vielen Jahren für die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus Moskau berichtet, beschreibt die russische Korruption als Wurzel aller sozialen, politischen und ökonomischen Probleme von der Zarenzeit bis heute. Eine große Reportage über die russische Gesellschaft, die zeigt, warum es Russland so schwer fällt, den Anschluss an Europa zu finden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.10.2004

Als "beeindruckende Studie" über die allgegenwärtige Korruption in Russland lobt Rezensent Ulrich M. Schmid dieses Buch von Kerstin Holm. "Kompetent und detailliert" fülle die langjährige Kulturkorrespondentin der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" in Moskau ein "ausuferndes Sündenheft der russischen Korruption": feste Schmiertarife in der Verwaltung, bestechliche Polizisten, private Schutzzöllen und mafiose Machenschaften vor Gericht seien Alltag in Russland. Schmid bescheinigt Holm eine "zutreffende Einschätzung der gegenwärtigen Lage". In einem Punkt allerdings gibt er der Autorin nicht Recht, dass nämlich die Korruption ein russisches Naturphänomen sei. Schmid hält dagegen, dass der Russe weder von Natur aus ein korrupter Raffschlund noch ein duldnerisches Opfer ist. Als Wurzel des Übels erkennt er vielmehr die Strukturprobleme eines aufgeblähten Beamtenstaats.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.09.2004

Heiko Hänsel beurteilt das Buch der "FAZ"-Russlandkorrespondentin für Kultur, Kerstin Holm, überaus positiv. Diese habe eine "scharfsinnige Analyse" des Phänomens der Korruption in Russland vorgelegt, die ihre These bestätige, wonach die Korruption ein durch den versagenden Staat notwendiges Parallelsystem für alle Bereiche der Gesellschaft geworden sei. Vor diesem Hintergrund werde auch der Fall Chodorkowski beleuchtet, bei dem es nur rein vordergründig um den Korruptionsvorwurf gehe. Zu bemängeln sei an diesem Buch höchstens, so der Rezensent, dass gerade im Bereich des historischen Hintergrunds manches zu weit ausgeführt und zudem nicht neu sei. Nichtsdestotrotz ist er der Ansicht, dass das Phänomen der Korruption in Russland und dessen Funktionsweise und Bedeutung kaum je so anschaulich und jenseits aller Klischees behandelt worden sei wie in diesem Buch.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.09.2003

Stimmt, meint Sonja Margolina: Russland ist von Korruption durchdrungen, von den höchsten politischen und wirtschaftlichen Ebenen bis hinunter zu den Fundamenten des Gemeinwesens. Auch richtig sei, dass Ursachen dafür nicht nur in der Gegenwart gesucht werden können, sondern historisch hergeleitet werden müssen, und die FAZ-Korrespondentin Kerstin Holm sei ohne Zweifel eine hervorragende Kennerin russischer Geschichte und Kultur. Sie habe also Recht damit, die Spur der Korruption vom russischen Mittelalter bis in die Gegenwart zu verfolgen und ihre Symptome "als Wiederkehr des Immergleichen" zu interpretieren. Aber! "Korruption ist ein vielschichtiges Phänomen", schreibt Margolina. Holm offenbare eine "totalisierende" Sichtweise, bei der alles unter Korruptionsverdacht gerate, bis irgendwann die russische Kultur vor allem auf diesen Aspekt hinauszulaufen scheint. Kann es sein, fragt Margolina, "dass die Autorin Russland einfach satt hat"?

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren