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Kerstin Freudiger
Die juristische Aufarbeitung von NS-Verbrechen
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.12.2002
Kerstin Freudiger setze mit ihrer äußerst lesenswerten politikwissenschaftlichen Dissertation über juristische Aspekte der NS-Strafverfolgung "neue Maßstäbe", freut sich Thomas Henne. Zum einen habe die Wissenschaftlerin eine "umfassende Auswertung" der an der Universität Amsterdam erstellten Sammlung der bundesdeutschen NS-Urteile vorgenommen, zum anderen nehme sie Strafmilderungskonstruktionen der zeitgenössischen Juristen genauer unter die Lupe, ohne sich in Einzelheiten zu verlieren und rekonstruiere so die unterschiedliche Behandlung der Delikte. Insgesamt betrachtet sei dieses Buch daher weniger im Detail überraschend, sondern bringe die Ergebnisse bisheriger Forschungen zusammen und schließe damit wichtige Lücken, so der begeisterte Rezensent, der aber auch Kritik an der Studie übt. So sei Freudiger leider nicht chronologisch vorgegangen, weshalb "wichtige Wendepunkte" in der Rechtsprechung zwar erwähnt, aber nicht im Ausmaß beschrieben würden. Und auch Debatten über die NS-Prozesse oder die "internationale Dimension" der Strafverfolgung blieben unerwähnt. Freudiger habe somit zwar eine Menge geleistet, aber ein Gesamtwerk über dieses Kapitel der NS-Folgen, meint der Rezensent, stehe trotzdem noch aus.
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