Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Ken Saro-Wiwa

Lemonas Geschichte

Roman

Cover: Lemonas Geschichte

dtv, München 1999
ISBN-10 3423241756
ISBN-13 9783423241755
gebunden, 217 Seiten, 12,27 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Gerhard Grotjahn Pape. Über ein Vierteljahrhundert lang hat Lemona in einem nigerianischen Gefängnis gesessen. Jetzt wartet sie auf ihre Hinrichtung. Am letzten Tag ihres Lebens erhält sie Besuch. Es ist eine junge Frau, Ola, deren Eltern von Lemona getötet wurden. Ihr erzählt Lemona ihre Geschichte: Ihre Kindheit in Armut, die Freundlichkeit, die ihr von den Menschen, die sie aufnahmen, entgegengebracht wurde, ihr Versuch, in der Stadt ein menschenwürdiges Leben zu führen, Missbrauch, Ausbeutung und Verrat durch die Männer, die sie kennen lernte und die zu ihrem Untergang führten. Ola hört zu und gelangt zu einer neuen und unerwarteten Sicht auf ihre eigene Geschichte.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.06.2000

Dieter Borchmeyer bespricht diesen Roman im Licht des Schicksals seines nigerianischen Autors, das wahrlich erschütternd ist. Gut unterrichtet beschreibt der Rezensent den Lebensweg des Schriftstellers und Menschenrechtlers, der wegen seines Engagements für die Rechte der Ogoni 1995 hingerichtet wurde. Sein letzter Roman, den er aus dem Gefängnis geschmuggelt habe, spiegele sein eigenes Ende, denn die Romanheldin werde wie der Autor am Ende hingerichtet, bemerkt der bestürzte Rezensent. Man merke dem Text die Umstände an, unter denen er entstanden sei, denn es finde sich "vieles Krude, mangelhaft Motivierte, Unausgefeilte in der Handlungsführung und Charakterisierung der Personen". Zudem sei der Übersetzer auf Schwierigkeiten bei der Übertragung des verwendeten "rotten English" gestoßen - die einzige der über 400 Sprachen Nigerias, die allgemein verstanden wird, wie Borchmeyer weiß. Es sei mit "mehr oder weniger Erfolg" gelungen, dieses im Grunde unübersetzbare Idiom ins Deutsche zu bringen, so der Rezensent verständnisvoll. Wenn also der Roman "nicht wirklich bedeutend" sei, so stelle er doch ein wichtiges Testament eines "Märtyrers der Menschenrechte" dar, das als solches zu würdigen sei, beschließt Borchmeyer seine Rezension.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren