Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Kelemen Mikes

Briefe aus der Türkei

Insel Verlag, Frankfurt am Main 1999
ISBN-10 3458343180
ISBN-13 9783458343189
Taschenbuch, 380 Seiten, 11,66 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem Ungarischen und mit einem Anhang versehen von Paul Karpati.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.06.2000

Mit einem Zitat aus einem der fiktiven Briefe an eine fiktive Cousine beginnt Zsuzsanna Gahse ihre Besprechung dieses Klassikers der ungarischen Literatur, und erzählt zunächst kurz vom Leben des Autors. Geboren 1690 in Siebenbürgen wurde er zum Freiheitskämpfer, floh nach Polen, Frankreich und schließlich in die Türkei, wo er den Rest seines Lebens verbrachte. Von dort schrieb er besagte fiktive Briefe, in denen er über "Kriege, Hochzeiten, Beschneidungen" erzählt, über "Eunuchen, Treue und Untreue nach türkischer Art, über Juden, Griechen und Armenier". Ein Roman, so Gahse, "der sich von sich aus entwickelt". Leider gibt sie keinen Hinweis darauf, ob dies die hier vorliegen Übersetzung die erste ins Deutsche ist.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.03.2000

Laszlo F. Földenyi legt dem Leser dieses Buch wärmstens ans Herz: Ein "eminent ungarisches Buch", das helfe, die Geschichte und Literatur Ungarns zu verstehen. Anschaulich erzählt er in seiner Rezension die Geschichte des Autors, der als Knappe Fürst Ferenc Rakoczis II. Anfang des 18. Jahrhunderts in der Türkei landete. Der ungarische Freiheitskamp war niedergeschlagen, Ungarn fest in Habsburger Hand. Anders als die meisten Briefroman aus dieser Zeit, hätten Mikes` "Briefe aus der Türkei" keinen Bekenntnischarakter. Alles an diesem Briefroman sei fiktiv, erklärt Földenyi: die Briefe, die Adressatin (eine Gräfin P. in Konstantinopel), sogar die Welt, die hier beschrieben werde, sei eine Traumwelt. Umgeben von "türkisch, armenisch und griechisch geprägten" Gruppen, träumten die ungarischen Aufständischen in ihrem Exil, dass die europäischen Fürsten noch "mit ihnen rechneten". So beschreibe Mikes den Alltag der verschiedenen Gruppen und gebe Dutzende von Anekdoten zum besten, "doch herrscht zugleich ständige Hoffnungslosigkeit". Eine der "bedeutenden und beispielgebenden Schöpfungen der ungarischen Prosaliteratur", schreibt Földenyi und legt noch nach: ein "grandioses Werk".

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren