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Kelemen Mikes
Briefe aus der Türkei
Klappentext
Aus dem Ungarischen und mit einem Anhang versehen von Paul Karpati.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.06.2000
Mit einem Zitat aus einem der fiktiven Briefe an eine fiktive Cousine beginnt Zsuzsanna Gahse ihre Besprechung dieses Klassikers der ungarischen Literatur, und erzählt zunächst kurz vom Leben des Autors. Geboren 1690 in Siebenbürgen wurde er zum Freiheitskämpfer, floh nach Polen, Frankreich und schließlich in die Türkei, wo er den Rest seines Lebens verbrachte. Von dort schrieb er besagte fiktive Briefe, in denen er über "Kriege, Hochzeiten, Beschneidungen" erzählt, über "Eunuchen, Treue und Untreue nach türkischer Art, über Juden, Griechen und Armenier". Ein Roman, so Gahse, "der sich von sich aus entwickelt". Leider gibt sie keinen Hinweis darauf, ob dies die hier vorliegen Übersetzung die erste ins Deutsche ist.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.03.2000
Laszlo F. Földenyi legt dem Leser dieses Buch wärmstens ans Herz: Ein "eminent ungarisches Buch", das helfe, die Geschichte und Literatur Ungarns zu verstehen. Anschaulich erzählt er in seiner Rezension die Geschichte des Autors, der als Knappe Fürst Ferenc Rakoczis II. Anfang des 18. Jahrhunderts in der Türkei landete. Der ungarische Freiheitskamp war niedergeschlagen, Ungarn fest in Habsburger Hand. Anders als die meisten Briefroman aus dieser Zeit, hätten Mikes` "Briefe aus der Türkei" keinen Bekenntnischarakter. Alles an diesem Briefroman sei fiktiv, erklärt Földenyi: die Briefe, die Adressatin (eine Gräfin P. in Konstantinopel), sogar die Welt, die hier beschrieben werde, sei eine Traumwelt. Umgeben von "türkisch, armenisch und griechisch geprägten" Gruppen, träumten die ungarischen Aufständischen in ihrem Exil, dass die europäischen Fürsten noch "mit ihnen rechneten". So beschreibe Mikes den Alltag der verschiedenen Gruppen und gebe Dutzende von Anekdoten zum besten, "doch herrscht zugleich ständige Hoffnungslosigkeit". Eine der "bedeutenden und beispielgebenden Schöpfungen der ungarischen Prosaliteratur", schreibt Földenyi und legt noch nach: ein "grandioses Werk".
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