Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Kathrin Audehm

Erziehung bei Tisch

Zur sozialen Magie eines Familienrituals

Cover: Erziehung bei Tisch

Transcript Verlag, Bielefeld 2007
ISBN-10 3899426177
ISBN-13 9783899426175
Kartoniert, 226 Seiten, 24,80 EUR

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Klappentext

Die gemeinsame Mahlzeit zählt zu den wichtigsten Alltagsritualen in Familien. Im Rahmen einer pädagogischen Ethnographie wird in diesem Buch zum einen verdeutlicht, wodurch sich die soziale Situation bei Tisch von Gewohnheiten oder Routinen abhebt und mit der Kategorie "Ritual" sinnvoll untersucht werden kann. Zum anderen zeigt die umfangreiche empirische Analyse, wie sich bei Tisch die Konstitution der Familie im Hinblick auf die Anerkennung von Autorität vollzieht. In Anlehnung an Pierre Bourdieus Konzept der sozialen Magie wird der Zusammenhang von symbolischer Praxis, pädagogischen Interaktionen und Autoritätsstrukturen rekonstruiert. Das Tischritual erweist sich als ein Mittel der familialen Differenzbearbeitung, dessen pädagogisches Potential bislang unterschätzt wurde.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.12.2007

Lobend äußert sich Rezensent Florian Kessler über diese Analyse von Familienritualen, die Kathrin Audehm vorgelegt hat. Wie er berichtet, hat die Autorin als "Ethnologin des Alltags" anknüpfend an Konzepte des Soziologen Pierre Bourdieu mehrere Familien bei zahlreichen Mahlzeiten beobachtet und protokolliert. Deutlich wird für ihn, welch Erkenntnisgewinn in der Beobachtung von kleinsten Zusammenhängen bedeuten kann. Audehns Studie über Familienrituale führt seines Erachtens vor Augen, "wie schützenswert und pädagogisch produktiv gemeinsam zelebrierte Tischrituale in Familien im besten Fall sein können". Deprimierend scheint ihm in diesem Zusammenhang, dass gut ein Fünftel der bundesdeutschen Familien keine gemeinsamen Mahlzeiten einnimmt.

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