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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Katherine Stroczan

Der schlafende Dax oder Das Behagen in der Unkultur

Die Börse, der Wahn und das Begehren

Cover: Der schlafende Dax oder Das Behagen in der Unkultur

Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2002
ISBN-10 3803151678
ISBN-13 9783803151674
Gebunden, 109 Seiten, 18,50 EUR

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.09.2002

Einen interessanten Ansatz, über den Eifer, mit dem sich der
durchschnittliche deutsche Kleinanleger an der Börse engagiert(e),
nachzudenken, habe die Autorin und Psychoanalytikerin Katherine Stroczan mit
diesem Buch in jeden Fall verfolgt, findet der Rezensent Jörg Döring. Sie
analysiert auf psychoanalytischer Ebene den Kult, der um Aktien in den
letzten Jahren gemacht wurde und gibt dem sogenannten 'Börsenspiel' den
Status "seriöser Objektbeziehungen", ähnlich dem Beziehungsgeflecht, wie es
in Familien herrscht. Dabei kristallisiert sich nach Meinung des Rezensenten
ziemlich schnell heraus, dass die Autorin das Spekulieren an der Börse für
einen evolutionären Rückschritt hält: "die vielbeschworenen Aktienkultur"
ist in ihren Augen eher "ein triebgesteuertes Kulturverlust". Ihre Argumente
scheint Döring recht überzeugend zu finden: am Ende seiner Rezension fragt
er nämlich: "Gibt es überhaupt eine psychisch gesunde Form der Geldanlage?"

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.09.2002

Einen interessanten Ansatz, über den Eifer nachzudenken, mit dem sich der durchschnittliche deutsche Kleinanleger an der Börse engagiert(e), habe die Autorin und Psychoanalytikerin Katherine Stroczan mit diesem Buch in jeden Fall verfolgt, findet der Rezensent Jörg Döring. Sie analysiere auf psychoanalytischer Ebene den Kult, der um Aktien in den letzten Jahren gemacht wurde und gebe dem sogenannten 'Börsenspiel' den Status "seriöser Objektbeziehungen", ähnlich dem Beziehungsgeflecht, wie es in Familien herrsche. Dabei kristallisiert sich nach Meinung des Rezensenten ziemlich schnell heraus, dass die Autorin das Spekulieren an der Börse für einen evolutionären Rückschritt hält: "die vielbeschworenen Aktienkultur" sei in ihren Augen eher "ein triebgesteuertes Kulturverlust". Ihre Argumente scheint Döring recht überzeugend zu finden: am Ende seiner Rezension fragt er nämlich: "Gibt es überhaupt eine psychisch gesunde Form der Geldanlage?"

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.07.2002

"Ix." hat sich offensichtlich bei der Lektüre dieses Breviers der Analytikerin Katherine Stroczan ganz köstlich amüsiert. In der kurzen Kritik erfahren wir nicht nur erstaunlich viel über die Psychopathologien des Börsenlebens und den "Anlegertypus" als neuer Figur im "Volkskörper", sondern auch, dass dieser ein trostbedürftiges Wesen und damit künftiger Klient ist. Vor allem lobt "Ix" den richtigen Ton und das herbe Parlando, in dem die Autorin ihre Mischung aus Satire und Genesungsdiskurs gehalten hat.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.06.2002

Die Wirtschaft, genauer gesagt: die Börse ist in den letzten Jahren mitten in unsere Alltagswahrnehmung hineingebrochen. Das, glaubt jedenfalls die Verfasserin dieses Buches, verlangt nach Deutung, und zwar nach einer psychoanalytischen. Die Ökonomie wird, wie der Rezensent Burkhard Müller einigermaßen verwundert feststellt, vom Tisch gewischt, dafür eine "Seifenoper der Triebschicksale" serviert. Bei der Konzentration auf den "homo investor" gerate das große Ganze, vulgo der alles verschlingende Kapitalismus, doch einigermaßen aus dem Blick. Dazu passt, bedauert Müller, dass es gegen die Kleinanleger geht, nicht aber gegen die Wirtschaftslenker, "krasser Expertenhochmut" gesellt sich zur Verachtung für den Verlustschmerz noch hinzu. Überhaupt verkenne die Autorin - bei gelegentlich "brauchbaren" Einsichten - so manches: den Status des Börsen-Psychobabble (den sie aus Sicht der Psychoanalyse für Unsinn hält) ebenso wie das Verhältnis von Individuum und System.

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