Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Im Jahre 2000 erlebte die polnische Öffentlichkeit einen wahren Schock, als sie von der Ermordung einheimischer Juden in dem Städtchen Jedwabne erfuhr. Es geschah am 10. Juli 1941, kurz nach dem Einmarsch deutscher Truppen im sowjetisch besetzten Gebiet. Die Täter waren Polen, die Nachbarn. Es entwickelte sich, vor allem in der Presse, eine heftige Debatte, die in manchem an den deutschen Historikerstreit erinnerte. Der Autor zeichnet diese größte öffentliche Diskussion in Polen, die nach 1989 stattfand, nach. Er fragt er nach den Beziehungen zwischen Polen und Juden kurz vor, während und nach der Shoah und beleuchtet die gemeinsame Geschichte bis hin zum Endpunkt im Jahr 1968, als die letzten überlebenden polnischen Juden - von wenigen Ausnahmen abgesehen - das Land verlassen mussten.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 21.05.2005
Nach der in Polen wie Deutschland tobenden Debatte um die Morde von Jedwabne hat sich der Staub gelegt - endgültig, nachdem eine in Polen eingesetzte Kommission zum klaren Ergebnis kam, dass die Morde an Juden von Deutschen zwar "angestiftet" waren, sehr wohl aber von "polnischen Tätern selbständig verübt" wurden. Der Germanist Karol Sauerland zeichnet die Fronten noch einmal nach und zeigt auf, wie stark nationale Voreingenommenheit oftmals den genauen Blick auf die Tatsachen unmöglich zu machen schien. Klar räumt der Autor mit dem Vorurteil auf, die Juden wären aufgrund ihrer bereitwilligen Zusammenarbeit mit den Kommunisten an dem Hass, den sie auf sich zogen, selbst schuld gewesen. Der Rezensent Christian Semler kann dem Buch den versammelten Armutszeugnissen zum Trotz eine "optimistische Perspektive" abgewinnen: Gelegentliche von Sauerland erwähnte Beispiele des "unbestechlichen Blicks" machen ihm Hoffnung.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Theodor W. Adorno: Philosophie und Soziologie (1960)
Herausgegeben von Dirk Braunstein. Die Vorlesung über "Philosophie und Soziologie" aus dem Sommersemester ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen








