Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Karl Mickel

Schriften in sechs Bänden

Mitteldeutscher Verlag, Halle 2000
ISBN-10 3932776887
ISBN-13 9783932776885
gebunden, 0 Seiten, 75,67 EUR

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.04.2000

Jörg Drews outet sich hier als langjähriger Mickel-Bewunderer, der auch von diesem "unendlich instruktiven, überrumpelnden und beglückenden Brocken" restlos überzeugt ist. Es gebe viel zu lernen von dem Schriftsteller, der zugleich Wirtschaftshistoriker ist. Seine Interpretationen machten deutlich, dass Geschichte - nicht Politik - Objekt der Dichtung sei. Somit ist in Mickels Deutungen nicht "einfach Lyrik erfahrbar, sondern Deutschland wird darin greifbar", so Drews. Der Autor gebe der Dichtung ihre Würde und ihr Gewicht zurück. Er demonstriere in trockener Sprache und disziplinierter Kühle das Abgründige, mitunter die sich artikulierende "heitere Pornographie" der deutschen Dichtung zwischen 1750 und 1850, die den Schwerpunkt von Mickels Interpretationen bildet. Dieser Buch sei mehr als nur ein "Band Literaturgeschichte" und mitunter bleibt dem begeisterten Drews bei der Lektüre angesichts der kühnen Deutungen sogar "die Spucke weg".

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.03.2000

Fritz J. Raddatz glaubt, mit seiner Rezension des sechsbändigen Werks von Karl Mickel einen zu Unrecht fast Unbekannten zu würdigen. In den Gedichten, den Essays und einem Romanfragment sei die DDR kritisch erfaßt, und Mickels Arbeiten hätten mit "gefälliger Wartezimmerlektüre" nichts gemein. Raddatz preist den Autor als herausragenden Lyriker, der eine ganz eigene "Poetik des Konkreten" zum Ausdruck bringe und dennoch seine geistesgeschichtlichen Wurzeln nicht verleugne. In seinen anspielungsreichen Gedichten, die Anlaß zu erbitterten Literaturdebatten gegeben hätten, artikuliere sich sein überragendes Sprachgefühl und in einer Gesellschaft, die den Optimismus zum politischen Programm gemacht habe, habe er den Mut zu seinem "Canto der Trauer" gehabt. In den Essays bewundert Raddatz seinen Wissensreichtum und seine Gedankenschärfe. Wenn er etwas am Gesamtwerk Mickels auszusetzen hat, dann nur, dass der abgedruckte Roman bisher Fragment geblieben ist. Und so fordert er zum Schluß vehement und ungeduldig dessen zweiten Teil.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren