Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Besichtigt werden klassische Pariser Erinnerungsorte wie der Eiffelturm oder Notre-Dame, die ein Geschichtsverhältnis repräsentieren, wie man es in Deutschland vergeblich sucht. Besichtigt werden im Westen die Champs-Elysees, der Ort nationaler Repräsentation und weltstädtischen Luxus, aber auch der Vermassung. Wir werden durch die Problemviertel des Nordens wie Barbes und die Goutte d'Or geführt, wo die Stadt immer neue Immigranten aufnimmt, ohne Ghettos zu bilden. Besichtigt wird der neue Osten, wo mit der Bibliotheque Nationale ein ganz neues Stadtviertel entsteht, das Quartier Latin und das Marais, Viertel, in denen die Entwicklungen der französischen Gesellschaft sichtbar und spürbar werden.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.02.2003
Rezensent "jei" ist begeistert. Autor Karl Heinz Götze ist seiner Ansicht nach das Wunder gelungen, Paris aus dem Klischee der Bücher, die darüber bereits geschrieben wurden, zu befreien. Zwar gebe es natürlich auch bei ihm den Eiffelturm und die Champs-Elysees, "aber doch ganz anders, mit ungetrübtem Blick für all das Neue, auch ganz und gar Unfranzösische, das hier Einzug gehalten hat". Götze mache "Röntgenaufnahmen jener Stadtbezirke, in denen das Gegenwärtige und das Vergangene" auf einzigartige Weise neu verschmolzen" werden. Besonders mit dem Kapitel über das dreizehnte Arrondissement (Tolbiac), für "jei" eines der spannendsten des ganzen Buches, gelinge dem Autor ein faszinierender Blick in die Revolution einer Stadtansicht.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 30.01.2003
Dieses Buch ist kein Essay, sondern eine "geordnete Sammlung der Beobachtungen und Reflexionen eines Stadtwanderers, der viel sieht, viel weiß und sich sein Teil dazu denkt", schreibt Klaus Harpprecht in seiner Rezension. Ganz glücklich ist er mit dem Buch des in Aix lehrenden Literaturwissenschaftlers Karl Heinz Götze jedoch nicht geworden. Zwar kommen die Champs-Elysees vor, das Einwandererviertel im Pariser Norden rund um die Goutte d'or, die "Entwicklungsreviere" Bercy und Tolbiac oder das Quartier Latin. Andere Arrondissements - wie das 20. oder 16. - ignoriert Götze. Dieses Fehlen jeglicher "teutonischer Systematik" nimmt Harpprecht dem Autor gar nicht übel. Aber eins vermisst er doch: "Nirgendwo", klagt unser Rezensent, "beschreibt er den beharrlichen Exodus der kleinen und mittleren Bürger in die Banlieue. Kein Exkurs in die villes nouvelles weit draußen vor den Toren ..." Dies wäre nach Ansicht Harpprechts jedoch Pflicht für jeden, der "eine neue Sicht" auf Paris öffnen will. Wir schließen daraus, dass Götze dies nicht gelingt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.11.2002
Joseph Hanimann zeigt sich angetan von Karl Heinz Götzes literarischen Streifzügen durch Paris. Götze finde für seine Paris-Bewunderung bemerkenswerten Ausdruck und hebe sich von der gängigen gehobenen Stadt- und Reiseliteratur deutlich ab. Dem Buch merkt Hanimann die intensive Beziehung seines Autors zu Paris an. Mit Leidenschaft und überzeugender Sachkenntnis, dazu immer voller Neugierde betrachte Götze die verschiedenen Facetten der Stadt und bestaune ihre Erneuerungskraft. Besonderen Gefallen findet Hanimann am sanften und niemals abgehobenen Stil des Buchs. Anziehungspunkten für Touristen begegne Götze mit "wohlwollender Gelassenheit" und ohne "kulturpessimistische Überreizung". Bei wenigen architektonischen Neuheiten allerdings wirke das Urteil des Autors leicht klischeehaft. Dieser kleine Einwand ändert aber nichts an Hanimanns Bewunderung für das Werk.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.10.2002
Nach Venedig, vermutet Rezensent Johannes Willms, dürfte Paris die Stadt sein, die am häufigsten beschrieben worden ist. Doch obwohl er Karl Heinz Götze für einen der "seltenen Enthusiasten, die sich zu bescheiden wissen, die nicht meinen, zu allem und jedem etwas zu sagen zu haben" hält, hat er an seiner Führung durch Paris einiges auszusetzen. Warum Götze zum Beispiel seinen Spaziergang ausgerechnet auf den Champs-Elysées beginnt, ist für unseren Rezensenten schwer verständlich, erscheinen sie ihm heute doch nur noch als "öde Parademeile, die keine historische Reminiszenz interessant machen kann". Auch Götzes Behauptung, dass "die Verliebten (...) seit Jahrhunderten unter dem Pont Neuf und der Statue von Henri IV. an der Spitze der Ile de la Cité sitzen", wie Willms den Autor zitiert, stellt er richtig: "Das Reiterstandbild von Henri IV. wurde erst in der Zeit der monarchischen Restauration in den 1820er Jahren hier aufgestellt." Götzes Paris-Buch gefällt Willms immer dann besonders gut, wenn der Autor ein Stadtviertel schildert, das seine ethnische Prägung erst in jüngster Zeit erhalten hat, etwa das vor allem von Afrikanern bevölkerte Viertel La Goutte d'Or im Osten von Paris. Auch dass Götze zwei Stadtviertel, Bercy und Tolbiac, behandelt, deren weitere Entwicklung momentan unklar ist, könne man Autor kann man zu Gute halten.
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