Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Karl Dedecius

Ein Europäer aus Lodz

Erinnerungen

Cover: Ein Europäer aus Lodz

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2006
ISBN-10 3518417568
ISBN-13 9783518417560
Gebunden, 381 Seiten, 22,80 EUR

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Klappentext

Kaum jemand in den westdeutschen Verlagen der fünfziger Jahre wollte etwas von den unbekannten jungen Polen Milosz, Szymborska, Herbert, Rozewicz hören, deren Gedichte ihnen auf den Schreibtisch flatterten, eingeschickt von einem Geschäftsstellenleiter der Allianz-Versicherung, Karl Dedecius, der sich auf mühevollen Wegen - und der Tätigkeit im Dienst der feindlichen Großmächte verdächtigt - Bücher aus Polen kommen ließ und an den Abenden und Wochenenden Gedichte übersetzte. Was trieb diesen Menschen an, dessen Lebenswerk heute zum Inbegriff der deutsch-polnischen Verständigung geworden ist?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.09.2006

Als bedeutenden Kulturvermittler würdigt Ulrich M. Schmid den Übersetzer Karl Dedecius, der 1980 erster Direktor des neu gegründeten Deutschen Polen-Instituts in Darmstadt wurde. Beeindruckt zeigt er sich nicht nur von Dedecius' enormer Übersetzungsleistung, sondern auch von seinem souveränen literarischen Urteil. So habe der Übersetzer bereits in den fünfziger und sechziger Jahren die späteren großen Namen der polnischen und russischen Gegenwartsliteratur erkannt. Die nun vorliegenden Erinnerungen verdeutlichen für Schmid die entscheidende Prägung Dedecius' durch Lektüre und Übersetzung: während dieser seine nach dem Krieg aufgenommene Tätigkeit als Versicherungsagent, die er immerhin über ein Vierteljahrhundert ausübte, auf gerade einmal einer halben Seite abhandelt, nehmen die Begegnungen mit polnischen und russischen Dichtern breiten Raum ein.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.06.2006

Thomas Medicus hat es gern dezent. Drum gefallen ihm Karl Dedecius' Erinnerungen auch so gut. Ohne auf Persönliches und Anekdotisches ganz zu verzichten, so gibt er uns zu verstehen, lebt dieses Buch vom "Geist der Bescheidenheit" seines Verfassers. Um so mehr scheint Medicus die Leidenschaft zu schätzen, die der Text ausstrahlt, wenn es um polnische und russische Literatur und um Weggenossen wie Czeslaw Milosz oder Zbigniew Herbert geht, eine "Herzenssache" des Autors und die "schönsten Kapitel" des Buches. An der Gewichtung der Themen erkennt Medicus, welche wichtige Rolle die Poesie hier spielt: Sie ist das "Gegengift" zu den leidvollen Erfahrungen des Krieges.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.05.2006

Vieles, wenn nicht alles ist Karl Dedecius im Leben gelungen. Mit seiner Passion für die osteuropäische, vor allem die polnische Literatur hat er für diese in Deutschland viel an Aufmerksamkeit gewinnen können. Mit 85 Jahren legt er nun seine Erinnerungen vor. Die Rezensentin Marta Kijowska preist sie als das Werk eines souveränen Meisters seines Fachs. Das liegt zum einen am Stil. Anders als in manch früherem Text halte er hier das rechte Maß und verzichte auf rhetorische Ausschmückungen. Vor allem aber hat Dedecius in seinem Leben viele der von ihm übersetzten Literaten gut kennengelernt, war mit manchen, wie Stanislaw Jerzy Lec, sogar gut befreundet. Die aus genauer Kenntnis und Freundschaft entworfenen Porträts zählt Kijowska denn auch zu den Höhepunkten des Bandes. Erstaunlich aufschlussreich findet sie auch die Fotografien, die Karl Dedecius als Persönlichkeit zeigen, die sich dem Mitmenschen und der Arbeit konzentriert widmet - und dadurch jede Verschwendung von Zeit zu vermeiden versteht.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren