Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Karin Friedrich

Zeitfunken

Biografie einer Familie

Cover: Zeitfunken

C. H. Beck Verlag, München 2000
ISBN-10 3406458688
ISBN-13 9783406458682
Gebunden, 367 Seiten, 20,35 EUR

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Klappentext

Von der Französischen Revolution über das Dritte Reich bis in die Gegenwart reicht der Bogen dieser Familiengeschichte der Autorin. In den Lebensläufen spiegeln sich über die Generationen auch die großen Umwälzungen dieser Jahrhunderte. Persönliches Schicksal und Zeitgeschehen sind oft eng miteinander verknüpft. Die Hauptrolle spielen in diesem Buch die Frauen, die immer mal wieder aus der Reihe tanzten, politisch, in der Liebe, und über die nationalen Grenzen hinweg.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.09.2000

Zwei Bücher in einem, so Barbara Hahn, hat die Autorin geschrieben, die verbunden sind durch die Person ihrer Mutter, Ruth Andreas-Friedrich. Und sie ist an dieser Konstruktion notwendig gescheitert, meint Hahn. Dabei findet die Rezensentin den ersten Teil, nämlich die Verknüpfung der eigenen Familiengeschichte mit der großen Geschichte seit der Französischen Revolution wirklich "geglückt". Problematisch wird es im zweiten Teil, wenn die Autorin selbst als Person in die Geschichte eintritt als Tochter der Autorin von "Schattenmann", dem höchst erfolgreich in den siebziger Jahren publizierten Tagebuch aus der Zeit des Nationalsozialismus. Eine "doppelt überschattete" Mutter-Tochter-Beziehung kommt hier ins Bild, überschattet nämlich sowohl vom Erfolg als auch vom Selbstmord der Mutter. Hier gelingt nicht mehr, was der Anspruch ist, nämlich die Verwobenheit von großer und kleiner Geschichte zu zeigen, meint Barbara Hahn. Dennoch lobt sie die Autorin, weil sie sich immerhin "etwas Schwieriges" vorgenommen hat. "Und ohne diesen Mut kann man nicht mal scheitern."

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.04.2000

Sonja Zerkis Besprechung beginnt mit einem Lob und endet in einem Verriss. Die Personen selbst - vor allem die Frauen - bieten mit ihren Triumphen und Niederlagen genug interessanten Stoff, bemerkt Zerki. Sie lobt auch die "Aufrichtigkeit", mit der Karin Friedrich ihre Geschichte aufgezeichnet habe. Dies alles verliert in ihren Augen jedoch schnell seinen Charme, weil die Autorin einen "trügerisch-nostalgischen Glanz" verbreite und dazu die Geschichte der Familie mit beliebig zusammengetragener "historischer Füllmasse" stopft. Der Versuch, die Geschichte der Familie mit zwei Jahrhunderten deutsch-französischer Geschichte zu verbinden, sei fatal. Wenn die Autorin dann im zweiten Teil der Biografie nur noch von sich selbst spricht, hat Zerki endgültig genug: Diesen "Bekenntniszwang" findet sie nur noch "langweilig".

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren