Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Übersetzt und herausgegebe von Hans-Peter Hoelscher-Obermaier. In diesem Epos erzählt der polnische Nationaldichter Juliusz Slowacki die Geschichte eines Nationalhelden aus dem 18. Jahrhundert, der sich gegen die Teilung Polens auflehnt, nach Sibirien verbannt wird und an der Spitze einer kleinen Armee wieder nach Polen zurückkehrt. Im Zentrum steht die schillernde Figur Beniowskis. Das Epos erschien 1841 und liegt jetzt erstmals in deutscher Übersetzung vor. Es ist eine Art Enzyklopädie der polnischen Romantik, jener Epoche also, von der Kultur und Politik unseres Nachbarlandes bis weit ins 20.Jahrhundert hinein entscheidend geprägt wurden.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.06.2000
Stephan Wackwitz geht in seiner ausführlichen Rezension zunächst auf das auch heute in Polen noch recht populäre Nationalepos "Pan Tadeusz" von Adam Mickiewicz ein, dem er anschließend "Beniowski" gegenüber stellt. Slowackis Verhältnis zu Mickiewicz sei - so meint Wackwitz - etwa mit dem von Jean Paul zu Goethe vergleichbar. Gleichzeitig fühlt er sich bei "Beniowski" an Laurence Sternes "Tristram Shandy" erinnert, bei dem ebenfalls der Reiz mehr in den ironischen und parodistischen Ausschweifungen liegt, als in der eigentlichen Handlung. Wackwitz betont stark die komischen und skurrilen Elemente in Slowackis Versepos, was ihn andererseits aber wenig zu wundern scheint. Schließlich sei der Held, der eigentlich Móricz Beyovszky hieß, und seinerzeit ein "überall in Europa berühmter Abenteurer" war (Wackwitz zählt einige Lebensstationen dieses Mannes auf, der u. a. "Karriere" als Pirat, Herrscher von Madagaskar und österreichischer Söldner gemacht hat), bestens dafür geeignet, ein komisches Vorbild für Slowackis Epos zu sein. Dieser habe mit großer Viruosität einen "Schlawiner" in eine "patriotischfaustische Figur" verwandelt. Großes Lob hat Wackwitz auch für den Übersetzer übrig, der seiner Ansicht nach nicht nur die komischen, sondern auch poetischen und ernsten Momente des Originals treffend ins Deutsche übertragen hat.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.04.2000
Ulrich M. Schmid findet Gefallen an diesem Band, in dem die Geschichte des Abenteurers Beniowski nur vordergründig erzählt wird und dem Dichter letztlich dazu dient, "ein selbstbewusstes literarisches Manifest" zu verfassen. Denn eigentlich parliert der Erzähler - hinter dem Schmid den Dichter selbst mit "ironischer Distanz" sprechen hört - vor allem in amüsanter Weise über das Dichten. Schmid zeigt sich dabei recht beeindruckt von Slowackis Virtuosität im Umgang mit komplizierten Reimstrukturen, die Hans-Peter Hoelscher-Obermaier ebenso virtuos in die deutsche Sprache übertragen habe, ohne dass dabei "die Leichtigkeit von Slowackis Sprachfluss" auf der Strecke geblieben sei. Besonders interessant findet Schmid darüber hinaus den Kommentarteil, der beim Verständnis von Slowackis Polemiken eine große Hilfe biete.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Erhard Oeser: Das Reich des Mahdi
Mit 33 Abbildungen. 1885 erschütterte die westliche Welt die Nachricht vom Fall der Stadt Khartum und der brutalen ...
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen








