Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Jürgen Trimborn

Arno Breker

Der Künstler und die Macht. Die Biografie

Cover: Arno Breker

Aufbau Verlag, Berlin 2011
ISBN-10 3351027281
ISBN-13 9783351027285
Gebunden, 712 Seiten, 29,99 EUR

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Klappentext

Arno Breker gehörte neben Leni Riefenstahl und Albert Speer zu den drei Vorzeigekünstlern der Nazis. Er meißelte Hitlers Traum von der arischen Herrenrasse in Stein, distanzierte sich von jüdischen Freunden und Förderern, wie seinem Galeristen Alfred Flechtheim, und war einer der privilegiertesten und einflussreichsten Künstler des Dritten Reiches. Trimborn erzählt facettenreich die spannende Geschichte eines Mannes, der um jeden Preis berühmt werden wollte, und zeigt auf, dass Brekers Verstrickungen in das NS-Regime wesentlich tiefer reichten, als bislang bekannt war. Zudem nimmt er die erstaunliche Nachkriegskarriere des Bildhauers in den Blick, der seiner braunen Gesinnung bis ins hohe Alter treu blieb und dennoch namhafte Repräsentanten des Wirtschaftswunderdeutschlands wie Henkel, Quandt, Oetker porträtieren konnte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.12.2011

Grundsätzlich begrüßt Rezensent Jörg Aufenanger diese Biografie Arno Brekers, in der Jürgen Trimborn nachzeichnet, wie aus dem Avantgardisten Breker der oberste NS-Staatskünstler wurde. Richtig erscheint dem Rezensenten etwa, dass der Autor sein Sujet weder einseitig verdammt noch verteidigt. Darüberhinaus scheint sich der hin- und hergerissene Aufenanger nicht auf ein Urteil festlegen zu können. Positiv verbucht er, wie genau Trimborn Brekers Karriereverlauf nachzeichnet, von Goebbels berühmtem Atelier-Besuch in Rom 1933 bis zu den Steinwerkstätten in Wriezen, in denen der Bildhauer Zwangsarbeiter für sich schuften ließ. Auch wie schnell Breker nach Kriegsende wieder vom rheinischen Kapital umworben wurde, hat Aufenanger dieser Biografie entnommen. Negativ kreidet er dem Autor dagegen lustlose und weitschweifige Ausführungen zum geschichtlichen Hintergrund an. Auch findet er es sehr zweifelhaft, ob man in einer Aufzählung verstorbener "Weggefährten" von 1933 bis 1945 Opfer und Täter des Nationalsozialismus gleichermaßen aufführen sollte.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2011

Weiterarbeit am "dämonischen Mythos" Arno Brekers, das ist nicht, was Michael Böhm von einer Biografie über Adolf Hitlers Leibbildhauer erhofft. Von Einfühlung in die Person und einer Annäherung an die Frage, wie aus dem post-impressionistisch geschulten Künstlerfreund von Robert Delaunay der Staatskünstler des Dritten Reichs werden konnte, entdeckt er jedoch keine Spur in Jürgen Trimborns Buch. Die Lebensstationen Brekers nachzuzeichnen und die immergleichen Schuldzuweisungen (Opportunismus, Karrierismus) zu wiederholen, wie es der Autor macht, genügt dem Rezensenten nicht. Auch findet er Trimborns Vorwurf, Breker habe seine "braune Gesinnung" lange nach 1945 weiter gepflegt, nicht hinreichend belegt.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren